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Sehbehinderte und gehörlose Mandy Harvey begeistert mit ihrer Musik Millionen Menschen

ROLLINGPLANET-Tagebuch: Diabetes-Risiko bei schlanken Menschen +++ Neue Behindertenbeauftragte für Berlin +++ Blinde und Reiserücktrittsversicherung +++ Meyra beruft neue Geschäftsleitung

TAGEBUCH
FREITAG, 4. AUGUST 2017
Musik

Mandy Harvey: Diese Frau hat Talent

Mandy Harvey (Foto: Harvey/Instagram)

Mandy Harvey (Foto: Harvey/Instagram)

Die Amerikanerin Mandy Harvey hat eine Autoimmunerkrankung, die ihr unter anderem einen Teil ihrer Sehstärke nahm. Vor zehn Jahren verlor sie ihr Gehör. Zu diesem Zeitpunkt studierte sie gerade Jazzgesang. Zehn Jahre später hat sie trotzdem drei Alben aufgenommen, tourt regelmäßig durch die USA und begeisterte die Jury von „America’s got Talent“ (zu der auch Heidi Klum gehört) so sehr, dass sie die junge Sängerin mit dem goldenen Buzzer direkt in die Live-Shows katapultierten.
„Vor allem Konzerte sind emotional anstrengend für mich, weil ich das Endergebnis nicht verstehen kann. Wenn ich darüber nachdenke, zieht mich das runter. Ich versuche dann, mich so gut es geht auf das Positive zu konzentrieren“, sagt Harvey in einem Interview mit Bento. „Ich glaube, wir alle kämpfen mit irgendwas. Wir sollten offen und ehrlich damit umgehen, damit wir einander ermutigen können und Lösungen finden – und sei es, zu wissen, dass wir nicht alleine sind. Ich will Leuten Hoffnung machen und sie motivieren, ihre Träume trotzdem zu verfolgen.“ Bento

Hannover

Nicht mal auf der Behindertentoilette hast du Ruhe vor Ganoven

Die Polizei in Hannover hat heute einen Zeugenaufruf gestartet. Zwei bislang unbekannte Täter haben am gestrigen Donnerstagabend (3.08.2017) gegen 21:30 Uhr einen 39 Jahre alten Rollstuhlfahrer auf einer Toilette am Raschplatz (Mitte) angegriffen und sein Handy sowie Bargeld erbeutet. Bisherigen Erkenntnissen zufolge hatte der Rollstuhlfahrer die im Zugangsbereich zu den Gleisen der Stadtbahn (Haltestelle Hauptbahnhof) gelegene öffentliche Toilette für Schwerbehinderte aufgesucht, als ihn die beiden Räuber angriffen. Einer der Täter nahm den 39-Jährigen in den „Schwitzkasten“,zeitgleich durchsuchte sein Komplize die Kleidung des Mannes.
Nachdem das Duo das Smartphone sowie Bargeld des Angegriffenen an sich genommen hatte, flüchtete es aus dem WC in unbekannte Richtung. Der 39 Jahre alte Mann blieb bei dem Überfall unverletzt und suchte wenig später eine nahe gelegene Polizeiwache auf, um dort Anzeige zu erstatten. Die Räuber sind offenbar ausländischer Herkunft und haben blonde beziehungsweise dunkle Haare. Einer der beiden ist etwa 1,85 Meter groß. Zeugen, die Hinweise zu der Tat geben können, werden gebeten, Kontakt zur Polizeiinspektion Mitte (0511109-2820) aufzunehmen. (PM)

MITTWOCH, 2. AUGUST 2017
Gesundheit & Medizin

So gefährlich ist es, schlank zu sein…

„Schlank ist gesund – diese Faustformel gilt nicht immer“, sagen Forscher. (Symbolfoto: w.r.wagner/pixelio.de)

„Schlank ist gesund – diese Faustformel gilt nicht immer“, sagen Forscher. (Symbolfoto: w.r.wagner/pixelio.de)

Fast jeder fünfte schlanke Mensch hat ein erhöhtes Risiko für Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen. Das haben Forscher des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) aus Tübingen herausgefunden und in der Fachzeitschrift „Cell Metabolism“ veröffentlicht. „Schlank ist gesund – diese Faustformel gilt nicht immer“, teilten die Forscher mit. 18 Prozent der schlanken Menschen haben nach Erkenntnis der Forscher einen geschädigten Stoffwechsel. Ihr Risiko, Herzinfarkt oder Schlaganfall oder andere kardiovaskuläre Erkrankungen zu erleiden und daran zu sterben, sei im Vergleich zu Menschen mit gesundem Stoffwechsel um mehr als das Dreifache erhöht. Es sei sogar höher als das von übergewichtigen Menschen mit gesundem Stoffwechsel.
Bei der Suche nach den Ursachen fanden die Forscher um Norbert Stefan vom Universitätsklinikum Tübingen und dem DZD heraus, dass die betroffenen Schlanken nur wenig Fett an den Beinen speichern – eine Funktionsstörung. Ärzte sollten nach Meinung der Forscher schlanke Menschen, die kaum Fett an den Beinen speichern und zusätzlich Hinweise auf ein metabolisches Syndrom haben, auf eine Schädigung des Stoffwechsels hin untersuchen. Das metabolische Syndrom äußert sich etwa durch Fettablagerungen an den inneren Organen oder Bluthochdruck. (dpa)
DIENSTAG, 1. AUGUST 2017
Berlin

Neue Beauftragte für Menschen mit Behinderung

Christine Braunert-Rümenapf (Foto: freiwilligen-magazin.info/Elisabeth Gregull)

Christine Braunert-Rümenapf (Foto: freiwilligen-magazin.info/Elisabeth Gregull)

Christine Braunert-Rümenapf wird neue Berliner Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung. Sie war zuletzt Referentin des bisherigen Landesbeauftragten Jürgen Schneider und löst diesen zum 1. September ab, wie der Senat am Dienstag beschloss. Schneider hat das Amt seit 2010 inne und geht in den Ruhestand. Der Senat dankte ihm für sein „herausragendes Engagement“.
Aufgabe des beziehungsweise der Landesbeauftragten ist es, Belange behinderter Menschen zu vertreten und darauf zu achten, dass sie auch in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Teilhabemöglichkeiten haben. Die neue Beauftragte Braunert-Rümenapf wurde 1961 geboren. (dpa/bb)

Reise & Urlaub

Blinde mit Assistenzhund sollten auf besondere Reiserücktrittsversicherung achten

Nachdem sein Blindenführhund kurzfristig krank wurde konnte ein blinder Mann seinen Urlaub in Fuerteventura nicht antreten. Seine Reiserücktrittsversicherung wollte für die knapp 1000 Euro Stornokosten nicht aufkommen. Die Versicherung verwies darauf, dass die Krankheit des Blindenführhundes nicht in ihren Versicherungsbedingungen steht und somit auch kein versicherter Grund sei. Die Versicherung bekam vor dem Amtsgericht München (Az.: 191 C 17044/16) Recht.
Dogxaid, Selbsthilfeverein der Blinden und Servicehundehalter, empfiehlt daher Menschen mit Handicap, die auf ihren Hund angewiesen sind, eine Reiserücktrittsversicherung zu wählen, in deren Versicherungsbedingungen explizit die Erkrankung des Haustieres als Rücktrittsgrund genannt wird. (PM)

FREITAG, 28. JULI 2017
Rehatechnik

Neue Geschäftsführung bei Meyra

Die auf Rollstühle und Reha-Hilfsmittel spezialisierte Meyra GmbH hat Frank B. McDowell (Foto) und Friedrich Kottmeier zum 1. August 2017 in die Geschäftsleitung berufen. McDowell kam vor zwei Jahren zu Meyra und war bisher Sales & Marketing Director D/A/CH des Unternehmens. Kottmeier ist schon seit vielen Jahren dabei und leitete bislang die Bereiche Einkauf, Produktion und Logistik. Michal Perner, Vice President der Unternehmensgruppe, wird sich zukünftig verstärkt um die Strategie und das Business Development in der Muttergesellschaft Medort kümmern. Die 1991 gegründete polnische Reha- und Orthopädietechnik-Gruppe hatte im November 2013 das insolvent gegangene Unternehmen Meyra-Ortopedia gekauft. (RP)

MITTWOCH, 26. JULI 2017
Medien

Diakonie Journalistenpreis 2017 nennt Gewinner

Vorstand (v.l.n.r.: Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorsitzender; Eva-Maria Armbruster; Dr. Robert Bachert) der Stiftung Diakonie Württemberg, die den Diakonie Journalistenpreis verleiht. (Pressefoto)

Vorstand (v.l.n.r.: Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorsitzender); Eva-Maria Armbruster; Dr. Robert Bachert) der Stiftung Diakonie Württemberg, die den Diakonie Journalistenpreis verleiht. (Pressefoto)

Die sechs Gewinner des Diakonie Journalistenpreises 2017, der in mehreren Kategorien vergeben wird, stehen fest – darunter zwei, die sich mit Menschen mit Behinderung beschäftigt haben.
Der Preis für den Hörfunk-Kurzbeitrag geht an Sebastian Krämer für seine Hörfunkreportage „Vom Rollstuhl in den Beiwagen“, die auf SWR 4, Stuttgart, lief. In einem kurzen Format gelingt es ihm laut der Jury, dem Zuhörer Einblick in das Seelenleben behinderter Menschen zu geben. Der Beitrag lebt von „unglaublichen Emotionen der behinderten Menschen, die von Motoradfahrern im Beiwagen ihrer Maschinen mitgenommen werden. Ein ergreifender und mitreißender Beitrag zugleich.“
Ausgezeichnet wurde auch die vierteilige Zeitungsserie „Wie funktioniert Inklusion?“, die in der Waiblinger Kreiszeitung erschien. Autorin Dr. Pia Eckstein hat den schwer körperlich Behinderten Dimitrios begleitet, der in eine allgemeine Grundschule in Backnang geht. Er ist das erste Kind mit einer so starken Einschränkung, das in Baden-Württemberg inklusiv beschult wird. Als Dimitrios in die erste Klasse kam, waren noch nicht einmal alle Gesetze zur Inklusion geschrieben. „Pia Eckstein erzählt einfühlsam von schönen Erlebnissen, der Freundschaft mit Tin, benennt aber auch klar diverse Hindernissen bei der Umsetzung von Inklusion in der Schule.“
Die Verleihung findet am 20. September 2017 in Stuttgart statt. (PM)

Großbritannien

Baby Charlie soll in einem Hospiz sterben

Die Eltern des todkranken, britischen Babys Charlie, Connie Yates (r.) und Chris Gard, vorgestern in London vor dem Gericht bei einer Pressekonferenz. (Foto: Jonathan Brady/Press Association/dpa)

Die Eltern des todkranken, britischen Babys Charlie, Connie Yates (r.) und Chris Gard, vorgestern in London vor dem Gericht bei einer Pressekonferenz. (Foto: Jonathan Brady/Press Association/dpa)

Das todkranke britische Baby Charlie Gard soll in einem Hospiz für Kinder sterben. Darauf einigten sich britischen Medien zufolge heute Eltern und Ärzte des elf Monate alten Jungen vor Gericht. Charlies Eltern hatten gefordert, den Jungen zum Sterben mit nach Hause nehmen zu dürfen. Sie stießen dabei auf den Widerstand der Ärzte im Great-Ormond-Street-Krankenhaus, wo Charlie behandelt wird. Die Ärzte bezweifelten, dass Charlie im Haus seiner Eltern angemessen versorgt werden kann.
Umstritten war zuletzt, in welches Hospiz der Junge gebracht werden soll und wie viel Zeit die Eltern bekommen, um sich von ihm zu verabschieden. Der Richter verschob die Entscheidung darüber auf Donnerstag. Charlies Eltern hatten Medienberichten zufolge darauf gepocht, mehrere Tage mit Charlie verbringen zu dürfen. Das Krankenhaus vertritt den Standpunkt, Charlie dürfe nicht weiter leiden müssen. Sollten sich Eltern und Ärzte nicht einigen können, werde er der Empfehlung der Ärzte folgen, kündigte der Richter an. Wo und wann Charlie sterben wird, soll auf Anordnung des Gerichts geheim bleiben.
Erst am Montag hatten Charlies Eltern ihren monatelangen Rechtsstreit mit dem Londoner Great-Ormond-Street-Krankenhaus aufgegeben. Sie hatten gefordert, den Jungen für eine experimentelle Therapie in die USA bringen zu dürfen. Die Klinik hielt das für aussichtslos und bestand darauf, die Behandlung Charlies zu beenden und ihn in Würde sterben zu lassen. Dem hatten sich die Eltern schließlich gefügt. Charlie hat eine seltene genetische Erkrankung, in der Fachsprache mitochondriales DNA-Depletionssyndrom (MDDS). Dadurch wurden sein Gehirn und seine Muskeln stark in Mitleidenschaft gezogen. Er muss künstlich beatmet und ernährt werden. Charlie kann sich nicht mehr bewegen, ist gehörlos und hat epileptische Anfälle. (dpa)

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