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Diakonie: Neues Bundesteilhabegesetz nicht für Rotstiftaktionen nutzen

„Ich warne vor der Illusion zu glauben, man könne damit die Lage von Menschen mit Behinderung verbessern und zugleich Kosten sparen“.

Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werks Bayern (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werks Bayern (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Der Präsident des Diakonischen Werks Bayern, Michael Bammessel, hat davor gewarnt, das neue Bundesteilhabegesetz als Vorlage für Rotstiftaktionen zu missbrauchen. „Ich warne vor der Illusion zu glauben, man könne damit die Lage von Menschen mit Behinderung verbessern und zugleich Kosten sparen“, sagte Bammessel der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn wir es gut machen wollen, wird es teurer werden. Dieser Wahrheit muss man sich stellen, sonst werden die gut gemeinten Grundsätze des Gesetzes ins Gegenteil verkehrt.“

Mit dem Bundesteilhabegesetz will die Bundesregierung dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung künftig selbstständiger leben, wohnen und arbeiten können. Sie sollen mehr vom Einkommen und Vermögen behalten dürfen, auch wenn sie Eingliederungshilfe bekommen. Zudem sollen Ämter, Sozialkassen und Behörden staatliche Leistungen künftig aus einer Hand anbieten. Fachleute sprechen von einem „Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe“, während viele Behindertenaktivisten nach wie vor erhebliche Bedenken äußern. Der Bundesrat hatte Mitte Dezember dem zuvor vom Bundestag verabschiedeten Gesetz zugestimmt.

(RP/dpa/lby)

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1 Kommentar

  • Perry Walczok

    Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf! Etliche Leute mit Assistenzbedarf sollen in’s Heim! Gibt es niemanden de diesen Irrsinn stoppen kann und will?

    8. Januar 2017 at 22:12

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