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Die Geschichte von Rain Man (ohne Dustin Hoffman) und Helen Keller

Das Parktheater Iserlohn zeigt in der neuen Spielzeit zwei Stücke, die sich mit dem Thema Behinderung beschäftigen.

"Rain Man" (Foto: Sabine Haymann)

„Rain Man“ (Foto: Sabine Haymann)

"Licht im Dunkel" mit Laia Sanmartin (Foto:  Bernd Böhner)

„Licht im Dunkel“ mit Laia Sanmartin (Foto: Bernd Böhner)

Das Parktheater Iserlohn (Nordrhein-Westfalen) präsentiert zwei von der Kritik hoch gelobte Stücke, in denen es um Menschen mit Behinderung geht. Das ist zum einen das Schauspiel „Rain Man“ (Freitag, 11. Oktober, 20 Uhr) und „Licht im Dunkel“ (Freitag, 15. November, 20 Uhr).

„Rain Man“ ist ein Stück, das anrührend und witzig von der behutsamen Annäherung zweier ungleicher Menschen erzählt und den Zuschauern das Thema Autismus näher bringt.

„Licht im Dunkel“ erzählt die wahre Geschichte der tauben und blinden Helen Keller. Das junge Mädchen wird von der jungen Blindenlehrerin Annie Sullivan unterrichtet. Die zunächst komplizierte, widerstrebende und dann doch zunehmend innige Verbindung der Beiden führt am Ende dazu, Licht ins Dunkel von Helens Existenz zu bringen.

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Rain Man


Freitag, 11. Oktober, 20 Uhr


„Rain Man“ – wer denkt bei diesem Titel nicht an den mehrfach preisgekrönten Film mit Tom Cruise und Dustin Hoffman? Dem Tourneetheater Thespiskarren ist es trotz der starken Vorlage des gleichnamigen MGM-Spielfilms gelungen, diesem ein ganz eigenes und bestechendes Theatererlebnis entgegenzusetzen.

Die Inszenierung des Schauspielhauses Stuttgart unter der Regie von Manfred Langner, die im Parktheater Iserlohn zu sehen ist, ist ein grandioser, temporeicher Erfolg. Im Fall „Rain Man“ wurde aus einem guten Film auch ein gutes Theaterstück – nicht zuletzt dank der schauspielerischen Leistungen von Karl Walter und Pablo Sprungala und Birte Wentzeck.

Aus dem Drehbuch des gleichnamigen Films von 1988, in dem Dustin Hoffman und Tom Cruise die Hauptrollen spielten, schuf Dan Gordon ein kongeniales Theaterstück, das anrührend und witzig von der behutsamen Annäherung zweier ungleicher Menschen erzählt, das den Zuschauern das Thema Autismus näher bringt – und das vor allem großartige Unterhaltung bietet.

Charlie Babbitt, ein karrierebewusster Yuppie aus Los Angeles, erlebt nach dem Tod seines Vaters eine böse Überraschung: Sein gesamtes Vermögen geht an einen mysteriösen, anonymen Erben in einer psychiatrischen Klinik. Charlie versucht, der Sache auf den Grund zu gehen, und begegnet so seinem autistischen älteren Bruder Raymond, von dessen Existenz er bislang nichts wusste.

In der Hoffnung, doch noch an das Geld zu gelangen, entführt Charlie seinen Bruder aus dem Heim. Doch die lange Autofahrt von Cincinnati nach Los Angeles steht unter keinem guten Stern, denn Charlie geht bald die kauzige Art seines Bruders auf die Nerven.

Doch als Charlie merkt, dass Raymond über ein phänomenales Gedächtnis verfügt, beginnt er seinen Bruder mit anderen Augen zu sehen und entdeckt allmählich einen liebenswerten, einzigartigen Menschen in ihm. Langsam kommen sich die beiden näher, und der abenteuerliche Road-Trip wird zur lebensverändernden Erfahrung…

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Licht im Dunkel!


Freitag, 15. November, 20 Uhr


Gegenwehr ist zwecklos! Das Schauspiel „Licht im Dunkel“ – nach einer wahren Begebenheit – lässt den Besucher einfach nicht kalt. Broadway-Autor William Gibson bringt mit „Licht im Dunkel“ eine biographische Episode aus dem Leben der berühmten Helen Keller auf die Bühne des Parktheaters Iserlohn (in einer Produktion des Euro-Studio Landgraf unter der Regie von Volker Hesse).

Wie das Theaterstück hat auch die Oscar-prämierte Verfilmung, für die Gibson nach seinem Bühnenerfolg das Drehbuch schrieb, die Besucher weltweit zu Tränen gerührt.

Die Bühnenfassung wurde ausgezeichnet mit dem 3. INTHEGA-Preis ,,Neuberin” 2012. Man muss aufgrund dessen kein Hellseher sein, um vorauszusagen, dass die Tournee-Premiere in Iserlohner das Publikum im Sturm erobern wird.

William Gibson hat über Helen Keller, die im Alter von 19 Monaten durch eine Krankheit Augenlicht und Gehör verlor und in eine Welt der Stille und Dunkelheit eingeschlossen war, und über Annie Sullivan, ihre Lehrerin, einen der suggestivsten und emotional bewegendsten Texte geschrieben, der noch lange über den Theaterabend hinaus wirkt.

Mitzuerleben ist, wie Glück möglich wird. Mit viel Geduld gelingt es Annie, durch eine Fingersprache Helens Isolation zu durchbrechen und Licht in das bisher dunkle Leben des hochbegabten Kindes zu bringen.

Regisseur Volker Hesse hat mit seiner Inszenierung eine kluge, dichte, einfühlsame Arbeit abgeliefert, die einen ergreifenden Theaterabend garantiert. Und auch die Besetzung der beiden Protagonistinnen mit Laia Sanmartin und Birge Schade ist ein Glücksfall. Es stehen zwei Schauspielerinnen auf der Bühne, wie man sie sich nicht besser für diese Rollen wünschen kann. Im einer Rezension des NDR hieß es: „Was für ein toller und intensiver Theaterabend! Die Zuschauer gehen in der Geschichte völlig auf und einige kriegen sogar feuchte Augen.“

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"Licht im Dunkel": Birge Schade und Laia Sanmartin (Foto: Bernd Böhner)

„Licht im Dunkel“: Birge Schade und Laia Sanmartin (Foto: Bernd Böhner)

"Rain Man" (Foto: Sabine Haymann)

„Rain Man“ (Foto: Sabine Haymann)

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