Die intelligente Ampel, die Rollstuhlfahrer erkennt

Heute beginnt die IAA 2015 in Frankfurt am Main. Zu den vorgestellten Innovationen gehört unter anderem eine Entwicklung aus der Telematik. Von Jochen Meier

Mit Hilfe von Kameras erkennen intelligente Ampeln die Bewegungsmuster unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer und passen das Schaltprogramm entsprechend an.  (Foto: Guido Falke/pixelio.de)

Mit Hilfe von Kameras erkennen intelligente Ampeln die Bewegungsmuster unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer und passen das Schaltprogramm entsprechend an. (Foto: Guido Falke/pixelio.de)

Für viele ältere und behinderte Menschen ist die Überquerung von Straßen der pure Stress. Erforderlich ist eine Geschwindigkeit von 1,2 Metern pro Sekunde, ergab eine Studie aus dem Jahre 2012 (ROLLINGPLANET berichtete). Zudem werden Fußgängerampeln vielerorts immer kürzer geschaltet, um den Verkehr flüssig zu halten. „Die Grünphasen sind eindeutig zu kurz – nicht nur für alte Fußgänger, sondern für alle“, betont die Wohn- und Mobilitätsforscherin Antje Flade.

„Fokus auf schwächere Verkehrsteilnehmer“

Auch wenn eine gehörige Portion Big Brother dabei ist: Eine mögliche Lösung für dieses Problem findet sich auf der 66. Internationalen Automobil-Ausstellung. Die IAA in Frankfurt am Main steht vom 17. bis 27. September 2015 unter dem Motto „Mobilität verbindet“. Für Menschen mit Behinderung nützlich könnte eine Innovation sein, die die Schweizer Firma AGT International an den ersten beiden Tagen vorstellt: Eine intelligente Ampelanlage, „die den Fokus auf schwächere Verkehrsteilnehmer legt“, wie Projektmanager Manuel Görtz in einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ erklärte.

Eine Kamera analysiert die Bewegungsmuster der Verkehrsteilnehmer und greift bei Bedarf in die Ampelsteuerung ein. Erkennt die Linse zum Beispiel einen Rollstuhlfahrer oder einen Menschen mit Rollator im Fußgängerstrom, kann die Grünphase zur sicheren Querung der Straße verlängert werden. Grundlage ist die Telematik, eine Technik, welche die Bereiche Telekommunikation und Informatik verknüpft. Bis jetzt befindet sich das AGT-System allerdings noch im Forschungs- und Entwicklungsstadium.

(RP)

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