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„Die Mongolettes – Wir wollen rocken!“ & Genies mit Handicap

"Die Mongolettes - Wir wollen rocken!" am 10. April 2012

Rebellion mit lauter Musik: "Die Mongolettes - Wir wollen rocken!" am 10. April, 20.15 Uhr, in SAT.1/ Die Dokumentation "Genies mit Handicaps" um 22.20 Uhr Die Mongolettes-Wir wollen rocken (Foto: SAT.1/Hardy Spitz)

ROLLINGPLANET ist gespannt auf die Quoten: Bei SAT.1 geht es am Dienstag, 10. April 2012, vor allem um Behinderte.

„Charmanter Spaß mit spielfreudigen Kids“, schreibt TV Movie, „Freche Witze, schrille Musik, ein Mutmacher“, findet TV direkt – und der Gong urteilt: „Ein Film mit vielen starken Szenen“. Gemeint ist die Familienkomödie „Die Mongolettes – Wir wollen rocken!“, in der sich Max von Thun als abgebrannter Musiker bei einer Förderschule als Lehrer einschleust. SAT.1 strahlt sie am 10.4.2012 um 20.15 Uhr aus.

Die Normalität und das Glück

Ungewöhnlich: Die Schauspielercrew setzt sich aus Menschen mit und ohne Handicap zusammen. Produzent Mirko Schulze, selbst Vater einer Tochter mit Down-Syndrom, erklärt: „Es geht mir nicht um das Drama, das zweifelsohne in einer Behinderung stecken kann, sondern um die Normalität und das Glück. Ich wollte in den Fokus stellen, dass behinderte Teenies vielleicht etwas anders, komischer oder langsamer sind, aber die gleichen Bedürfnisse und Rechte haben wie alle anderen auch. Und dazu gehört das Recht auf eine anständige Pubertät mit Rebellion und lauter Musik.“

Das Gros der Darsteller mit Trisomie 21 tritt übrigens im Berliner Circus Sonnenstich (www.circus-sonnenstich.de) auf. „Die ‚Kids‘ waren rührend und die Zusammenarbeit war sehr spannend, vor allem zu beobachten, wie sie mit dem ganzen Trubel umgegangen sind und wie viel Spaß es ihnen bereitet hat“, berichtet Max von Thun.

Und Katharina Wackernagel, die eine Lehrerin und Mutter einer Jugendlichen mit Down-Syndrom spielt, ergänzt: „Die Begegnung mit Anna Lange, die Trisomie 21 hat und im Film meine Tochter Fredi spielt, war sehr herzlich und innig.“

Davon handelt „Mongolettes“

Der letzte Hit seiner Band liegt 15 Jahre zurück, und noch immer hofft Tom (Max von Thun) auf ein Comeback. Erst als der Gerichtsvollzieher seine geliebte, teure Gitarre pfändet, begreift er, dass er am Ende ist. Weil er sein Musik-Studium natürlich nie abgeschlossen hat, bewirbt er sich mit gefälschten Zeugnissen an einer Förderschule – und wird genommen.

Die Schüler sind begeistert von ihrem ungewöhnlichen Musiklehrer. Er behandelt sie alle wie ganz normale Teenager und macht Schluss mit dem langweiligen Triangel-Spielen und Blockflöten-Pusten. Vielmehr gründet er mit ihnen die Band „Die Mongolettes“, die noch einen ganz besonderen Auftritt vor sich hat …

Vom ersten Moment an hat sich Tom in seine Kollegin Maria (Katharina Wackernagel) verliebt. Ihre Tochter Anna (Anna Lange) hat auch Trisomie 21. Wird Maria seine Maskerade durchschauen und alles auffliegen?


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Genies mit Handicap

Direkt im Anschluss, um 22.20 Uhr, folgt auf SAT.1 „Genies mit Handicap“: Die preisgekrönten Autoren Falko Korth und Thomas Riedel berichten in der Dokumentation über das Leben von Behinderten mit außergewöhnlichen Begabungen: ein Klaviervirtuose, ein Rechengenie, eine Malerin und ein Mann, der fast jeden Ort der Welt anhand geologischer Strukturen erkennen kann.

Derek Paravicini (32) spielte schon als kleiner Junge virtuos Klavier. Doch erst mit zwanzig Jahren lernte der blinde Autist mühsam ein paar Sätze zu sprechen.

Die Malerin Birgit Ziegert (46) wurde mit einem Down-Syndrom geboren. Die Bilder der Künstlerin finden zunehmend auch internationale Beachtung.

Rüdiger Gamm (40) war in der Schule nur mäßig begabt. Im Alter von zwanzig Jahren entdeckte er jedoch plötzlich seine außergewöhnliche Begabung: das Kopfrechnen.

Bis vor einigen Jahren wusste Peter Schmidt (46) nicht, dass er ein Autist ist. Schlagartig gab es für ihn eine Erklärung für all die besonderen, sehr speziellen Situationen in seinem bisherigen Leben.

Die Autoren Falko Korth und Thomas Riedel zeigen, dass es sich lohnt, nicht immer dem ersten Eindruck zu folgen. Denn plötzlich kann sich etwas Besonderes und sogar Einzigartiges offenbaren.

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1 Kommentar

  • Michael Ziegert

    Also, ich fand den Spielfilm gar nicht so schlecht.
    Natürlich: Das war keine Dokumentation, es war leichte Familienunterhaltung, und dann auch noch mit unsäglichen Klischees gespickt (Nonnen!).
    Aber dafür konnte man eine Schauspieler-Crew erleben, die erkennbar Spaß am Spiel hatte, und das ist ja auch viel Wert!

    Viel schlimmer dagegen die anschließende Doku. Ich denke, dass die meisten Menschen danach nicht gedacht haben, dass Menschen mit (geistiger) Behinderung so wie andere Menschen sind – also bisweilen auch genial. Sondern der Film hat das Absonderliche plakativ betont. So dass Menschen mit geistiger Behinderung in dem Film dadurch ein wenig unheimlich erscheinen, weil sie eine besondere Begabung haben.

    12. April 2012 at 09:18

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