Die neuen Geh-Roboter: Wie viel Hoffnung ist berechtigt?

Exsoskelette versprechen Querschnittgelähmten eine neue Mobilität. Rollstuhlfahrer sollten deshalb nicht ausflippen, findet Michael Heil.

Geh-Roboter von Ekso Bionics (Foto: Ekso Bionics).

Grundsätzlich ist das alles eigentlich nichts völlig Neues. Schon in den 1980er Jahren wurden Muskeltrainingsapparate für Querschnittgelähmte als das Nonplusultra angepriesen und sind dann doch langsam wieder verschwunden. Die Mobilität wurde durch sie nicht verbessert. Wer Unterarmgehstützen in der Hand hat, kann schlecht gleichzeitig noch etwas in der Hand halten, das er transportieren muss. Aber offensichtlich wurde das Prinzip wieder ausgegraben und mit etwas mehr Technik aufgehübscht. Oder es ist tatsächlich die Neuentwicklung des Jahrtausends – und wir sind Zeuge eines sprichwörtlich großen Schritts der Menschheit.

Ein Gerät namens Segway…

Sollte einmal ein E-Rollstuhl werden: Das Segway

Was weniger abschreckt ist die Tatsache, dass solche Geräte derzeit noch über 100.000 Euro kostet. Das hat ein von Johnson & Johnson entwickelter E-Rollstuhl einst auch gekostet, und der Erfinder war nicht müde, immer neue Ideen einfließen zu lassen.

Zum Schluss wurde dann zwar sein E-Rollstuhl nicht mehr gebaut, aber dafür ein Gerät namens Segway für zirka 12 Tausend Euro, das seinen Siegeszug durch die Touristädte dieser Welt antreten sollte. Wozu doch Rehatechnik alles gut sein kann….

Wir werden die Entwicklung dieser neuen Exsoskelett-Technik sehr genau beobachten und hoffen, dass hier keine Hoffnungen gemacht werden, die die Betroffenen dazu verleiten, sich nur noch anzulehnen und darauf zu warten, dass alles wieder wird, wie es war. Wer so denkt, der verschenkt sehr viel Lebenszeit und erntet Frust ohne Ende.

Der Autor ist Rollstuhlfahrer und Geschäftsführer der Firma Rehability (Sponsor von ROLLINGPLANET).

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