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Die Polizei, Dein Freund und Dichter

Die Kölner Polizei versucht es offensichtlich nicht nur mit erhobenem Zeigefinger, sondern auch mit Humor

Die Kölner Polizei versucht es offensichtlich nicht nur mit erhobenem Zeigefinger, sondern auch mit Humor (Foto: knipser5/pixelio.de)

Kann das gut gehen, wenn Polizisten witzige Dialoge verfassen, ein Theaterstück mit Senioren und Rollstühlen aufführen und dabei auch noch Verkehrserziehung betreiben wollen?

In Cambridge ist Stephen Hawking ein legendärer Rollstuhl-Rowdy, der gerne mal einige Leute überfährt. In Deutschland werden dagegen gerne mal alte Menschen überfahren, weil sie achtlos bei Rot über die Straße schlurfen.

Ausgerechnet in Köln hat ROLLINGPLANET mit seinen weltweit gefühlten 350 Korrespondenten keinen Außenreporter. Deswegen werden wir wohl nicht erfahren, ob das wirklich gut geht, wenn Kölner Polizisten eine selbstgeschriebene Bühnenkomödie aufführen, die den Titel „Kann denn Rotlicht Sünde sein?“ trägt.

Aber die Idee finden wir sympathisch, und die Einladung klingt so spannend, dass ROLLINGPLANET Sie Ihnen nicht vorenthalten will.

Um die Frage „Kann denn Rotlicht Sünde sein?“ geht es in dem Theaterstück, das Seniorinnen und Senioren am Dienstag (13. März) unter Anleitung der Polizei Köln aufführen. Polizeipräsident Albers wird die Theatergäste bei der Vorstellung verhaften begrüßen.

“Als Fußgänger im Verkehrsraum“

Nicht nur der Anteil der mobilen Senioren auf deutschen Straßen nimmt stetig zu – auch die Zahl der älteren Menschen, die im Straßenverkehr verunglücken. Im Jahr 2011 verunglückten 705 Seniorinnen und Senioren in Köln und Leverkusen. Das sind 142 mehr als noch im Vorjahr.“ Zum großen Teil bewegen sich diese Menschen als Fußgänger im Verkehrsraum“, heißt es in der Ankündigung noch nicht so ganz poetisch bühnenreif.

Mit Musik, Reimen und witzigen Dialogen auf Kölsch und Hamburger Platt bringen die Akteure des Sankt-Vincenz-Hauses ihre kleinen und großen Alltagsprobleme im „Kölner Straßendschungel“ auf die Bretter. Dabei schöpfen sie aus ihrem eigenen manchmal leidvollen Erfahrungsschatz und spielen typische Szenen im Straßenverkehr mit Rollstuhl und Einkaufswagen.

Es gibt solches und solches Rotlicht

Die Texte sind alle selbst verfasst, der Titel des Stückes orientiert sich „am polizeilichen Problemfeld ‚Rotlichtmissachtung von Fußgängern’“ und den damit verbundenen Risiken. Angeleitet werden die Akteure durch Polizeibeamte, die im Nebenstudium eine theaterpädagogische Ausbildung absolviert haben. Gut, dass Philippe und Driss denen in ihrer Startszene von „Ziemlich beste Freunde“ nicht begegnet sind.

Dienstag, 13.03.2012, 16.00 Uhr, DOM-Residenz, An den Dominikanern 6-8, 50668 Köln

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