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Die Volker-Ziegler-Jochen-Wollmert-Connection schlägt auf

Nachdem überraschend ein neuer Bundestrainer präsentiert wurde: Bei den Hungarian Open in Eger gelingt der deutschen Tischtennismannschaft des DBS ein glänzender Start ins Turnierjahr.

Das deutsche Team in Ungarn (Pressefoto)

Das deutsche Team in Ungarn (Pressefoto)

Volker Ziegler (Foto: privat)

Volker Ziegler (Foto: privat)

Das Tischtennis-Team des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) hat sich bei seinem ersten internationalen Auftritt des Jahres bei den Hungarian Open in Eger (07.-11.03.13) hervorragend präsentiert. Unter der Leitung des neuen Bundestrainers Volker Ziegler war das 15-köpfige Aufgebot insgesamt 18 mal auf dem Podium vertreten.

Der 46-jährige Diplom-Sportwissenschaftler Ziegler hatte am 1. Februar Wieland Speer abgelöst, der sich überrascht gezeigt hatte, dass sein befristeter Vertrag beim DBS nicht verlängert worden war. Er bemühte sich bei der Trennung jedoch um versöhnliche Worte: „Wir haben innerhalb der zweieinhalb Jahre meiner Amtszeit viel erreicht, worauf wir stolz sein können. Weitere junge Spielerinnen und Spieler werden hoffentlich ab 2013 in der Nationalmannschaft ihren Platz finden und dort dann auch im Hinblick auf Rio de Janeiro 2016 erfolgreich sein. Ich drücke jedenfalls die Daumen dazu.“

Ziegler hat seinen Job mit doppeltem Boden angetreten: Er wird bis zu den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro von seinem jetzigen Arbeitgeber, dem Tischtennis-Verband Baden-Württemberg e.V., beurlaubt. Er arbeitet seit 20 Jahren hauptamtlich als Tischtennis-Trainer. Unter anderem trainierte er sieben Jahre mit Irene Ivancan, der Vize-Europameisterin und Spielerin des Jahres 2011, deren modernes Abwehrspiel er begründete.

Im Behindertensport ist er seit Anfang 2008 für den Behindertensportler des Jahres 2012, Jochen Wollmert zuständig, der in London Paralympisches Gold gewann und den er neben weiteren Nachwuchsspielern mit Handicap in den Landesstützpunkt Stuttgart/Böblingen integrierte.

Die Neulinge schlagen ein

Für Ungarn wurden drei Spielerinnen und ein Spieler neu klassifiziert, die bei ihrem internationalen Debut alle auf Anhieb Edelmetall holten. Die junge Bayerin Lena Kramm war sogar erfolgreichste deutsche Starterin: Sie gewann sowohl im Einzel (WK 8+9) als auch mit ihren Team-Kolleginnen Marlene Reeg und Wiebke Kanther (WK 6-10) Gold. Der neu klassifizierte Lazgin Sis überzeugte ebenfalls mit Silber im Einzel und Gold im Team mit Jannik Schneider in der WK 9.

Die erfahrenen deutschen Spieler mit Paralympics-Sieger Jochen Wollmert an der Spitze sorgten für eine gute Aufnahme der neuen Spieler in die Mannschaft und ließen sich sportlich ebenfalls nicht lumpen: Wollmert stand zwei Mal ganz oben auf dem Treppchen. Im Einzel bezwang er im Finale Ben Despineux aus Belgien, mit dem er im Team Gold holte. Auch Thomas Rau und Thomas Kusiak gewannen in der WK 6 Gold im Team.

Volker Ziegler ist rundherum zufrieden

Bundestrainer Volker Ziegler war mit dem Auftritt seiner Mannschaft rundherum zufrieden: „Mein Eindruck vor Amtsantritt, dass es sich lohnt, sich für diese Nationalmannschaft zu engagieren, wurde in Ungarn bestätigt. Stellvertretend für das Trainer- und Betreuerteam kann ich dem Team zu der fantastischen Stimmung, der gelungenen Integration der jungen Spieler(innen) und natürlich zum hervorragenden sportlichen Abschneiden in Eger nur gratulieren!“

Am kommenden Dienstag geht es für das deutsche Team zu den Lignano Master Open (19. – 24.03.13), wo auch die Spieler(innen) der WK 1 bis 5 ihr Debut unter dem neuen Bundestrainer geben.

Ergebnisse Hungarian Open in Eger (07.-11.03.13)

Gold Einzel: Lena Kramm (WK8+9), Jochen Wollmert (WK7)
Gold Team: Lena Kramm/Marlene Reeg/Wiebke Kanther (WK 6-10), Thomas Rau/Thomas Kusiak (WK6), Jochen Wollmert/Ben Despineux BEL (WK7), Jannik Schneider/Lazgin Sis (WK9)
Silber Einzel: Stephanie Grebe (WK6+7), Sonja Scholten (WK8+9), Thomas Rau (WK6), Lazgin Sis (WK9)
Silber Team: Stephanie Grebe/Sonja Scholten (WK6-10), Johannes Urban/Joshua Wagner (WK8), David Korn/Esa Miettinen FIN (WK10)
Bronze Einzel: Wiebke Kanther (WK8+9), Marlene Reeg (WK10), Thomas Kusiak (WK6), Jannik Schneider (WK9), David Korn (WK10)

(RP/DBS/Sonja Scholten)

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