Die weltweit erste Touristenattraktion, die an behinderte Frauen erinnert

Ottobock hat sie nicht gebaut: Gläserne „Aschenputtel-Kirche“ in Taiwan ist den Opfern der Schwarzfußkrankheit gewidmet.

Eine Kirche in Schuhform

Eine Kirche in Schuhform

Eine gläserne „Aschenputtel-Kirche“ in Form eines Damenschuhs mit hohem Absatz ist im Süden Taiwans gebaut worden. Die 17 Meter hohe Touristenattraktion im Ocean View Park von Budai im Kreis Chiayi hat allerdings keinen religiösen Zweck, sondern soll an die Opfer der Schwarzfußkrankheit erinnern, die Taiwan in den 50er Jahren in dieser Gegend heimgesucht hat.

Wegen dieser Form der Gangräne mussten viele Frauen ihre Füße amputieren lassen, was ihren Traum zunichtemachte, in hohen Schuhen zum Altar schreiten zu können. Die Krankheit wurde durch Verschmutzung des Trinkwassers – besonders durch Arsen – ausgelöst.

Der Name des Glasbaus erinnert an das Märchen der Gebrüder Grimm von Aschenputtel, in dem der Königssohn mit Hilfe eines verloren gegangenen gläsernen Schuhs am Ende seine große Liebe findet.

Sehnsucht nach glücklicher Zukunft

„Wir hoffen, mit einer leuchtenden Konstruktion jetzt eine Botschaft der Hoffnung jenen Menschen zu geben, die sich nach einer glücklichen Zukunft sehnen“, sagte Cheng Jung-feng von der Verwaltung der Sehenswürdigkeiten an der Südwestküste der taiwanesischen Nachrichtenagentur Central News Service.

Der Bau aus 320 blauen Glasscheiben wird am 8. Februar zum chinesischen Neujahrsfest eröffnet, wenn nach dem traditionellen Mondkalender das Jahr des Affen begrüßt wird. Mehr als 100 künstlerische Installationen in dem Gebäude sollen Besucher anlocken – besonders weibliche.

(dpa)

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