„Die Würde ist immer da”: Prominente Töchter zur Demenz ihrer Väter

Die Politikerin Ursula von der Leyen (53) und die Schauspielerin Maria Furtwängler (45) haben zu einem offeneren Umgang mit der Demenz alter Menschen aufgerufen.

Dr. Maria Furtwängler-Burda (2.v.l.) und Ursula von der Leyen (3.v.l.) beim DLD Women 2012 – Chairwomen’s Dinner im Schumann’s in München (Foto: Hubert Burda Medien/Sabine Brauer)

Beide sprachen gestern in München über Erfahrungen mit ihren an Alzheimer erkrankten Vätern. „Der öffentliche Diskurs ist wichtig, aber immer noch sehr negativ“, sagte Arbeitsministerin Von der Leyen (CDU). „Wir brauchen einen positiven Diskurs.“ Alzheimer sei kein Zustand, sondern ein Prozess über viele Jahre hinweg.

„Ich habe gelernt, mein Bild von meinem Vater zu ändern”, sagte Von der Leyen, deren Vater Ernst Albrecht von 1976 bis 1990 niedersächsischer Ministerpräsident war. In der Vergangenheit sei er eine große Autorität gewesen, „die Leute hatten manchmal Angst vor ihm”. Jetzt aber habe sie seine grundlegende Natur erkannt, „er ist ein freundlicher alter Mann.” Er sei weiter ein ziemlich glücklicher Mensch und genieße sein Leben. „Die Würde ist immer da“, sagte die Politikerin.

Maria Furtwängler sagte während des Podiumsgesprächs auf der Internet-Konferenz DLDwomen über ihren Vater: „Durch diese veränderten Augen kommt noch so viel.” Ihre Beziehung zu ihrem Vater sei eher schwierig gewesen. „Aber jetzt habe ich einen viel freundlicheren Mann kennengelernt.”

(dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN