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DLV-Präsident Prokop verteidigt Nichtnominierung von Rehm

Der Deutsche Leichtathletik-Verband findet, dass er sich wie kaum ein anderer für Inklusion einsetzt.

DLV-Chef Clemens Prokop (Foto: Bernd Thissen/dpa)

DLV-Chef Clemens Prokop (Foto: Bernd Thissen/dpa)

Der Fall des unterschenkelamputierten Weitspringers Markus Rehm hat hohe Wellen geschlagen. Er ist deutscher Meister der Nichtbehinderten geworden, aber trotz Erfüllung der Norm vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nicht für die EM in Zürich nominiert worden. Der Präsident des DLV, Clemens Prokop, hat heute die Kritik (auch von ROLLINGPLANET: „Die einen haben keine Unterschenkel, die anderen keine Eier“) zurückgewiesen:

„Zum Thema Inklusion haben wir durch die Teilnahme Rehms an den deutschen Meisterschaften in Ulm ein großes Ausrufezeichen gesetzt. Wir sind der Verband, der Inklusion ohne Übertreibung so offen behandelt wie kaum ein anderer. Manche Reaktionen sind nicht nachvollziehbar. Zum Beispiel, dass die Inklusion entscheidender sein soll als die Chancengleichheit im Wettbewerb. Ideologisch ist das nachvollziehbar, aber Ungleichheit im Wettbewerb ist nicht annehmbar.“

(dpa)

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1 Kommentar

  • lupo 173

    Mag ja sein, dass die Prothese einen Vorteil bringt und damit die Leistungen nicht vergleichbar sind. Aber die notwendigen Studien hätten dann längst vor der Dt. Meisterschaft durchgeführt werden müssen. Nun hat aber M.Rehm Superleistungen gezeigt und sich selbst übertroffen, während die nichtbehinderten Sportler z.T.hinter ihren Bestleistungen geblieben sind. Damit ist er völlig verdient deutscher Meister geworden und hätte also auch mit zur EM fahren sollen! Die jetzt vorgebrachten Studien/ Begründungen für die Nichtnominierung wirken nicht überzeugend und haben dem DLV einen Imageverlust beschert.Man wird den Eindruck nicht los, dass da schlechte Verlierer sitzen. Hat nicht auch ein Zweimetermann einen Vorteil gegenüber einem 1,75 m großen Sportler z.b. bei Hochsprung oder Sprint? Trotzdem ist nicht jeder großgewachsene Mensch ein guter Hochspringer und nicht jeder Sportler mit Prothese ein guter Leichtathlet. Großen Respekt habe ich für die Fairness von M.Rehm bei der ganzen Angelegenheit!

    12. August 2014 at 22:28

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