Doch so schnell: Sachsen gibt sich zehn Jahre Zeit für die inklusive Hochschule

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange sieht sich auf dem richtigen Weg – ROLLINGPLANET sieht das ein wenig anders.

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). (Foto: dpa)

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). (Foto: dpa)

Sachsens 14 Hochschulen und der Berufsakademie stehen auch 2016 zwei Millionen Euro zusätzlich für Inklusion zur Verfügung – pro Einrichtung sind das durchschnittlich 133.333 Euro. Damit soll die gleichberechtigte Teilhabe von Studierenden und Mitarbeitern mit Behinderung und chronischen Erkrankungen gefördert werden, teilte das Wissenschaftsministerium in Dresden am Freitag mit. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) an den Einrichtungen habe begonnen. Nur zur Erinnerung: Deutschland hat die UN-BRK 2009, also vor sieben Jahren, unterzeichnet.

2015 seien bereits strukturelle Verbesserungen geschaffen etwa durch barrierefreie Websites und Lehrräume mit Hörschleifen, Blindenarbeitsplätze und Büroscanner. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, wiederholte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Was so positiv klingt, ist aus ROLLINGPLANET-Sicht eigentlich ein Skandal. Denn immer noch gibt es keine gemeinsame Strategie für Inklusion an den Unis, räumte Stange ein. Eine Studie belege zwar erste Schritte an allen Einrichtungen, allerdings in unterschiedlicher Qualität. Das Ziel der inklusiven Hochschule, so Stange, wolle man in den nächsten zehn Jahren erreichen. Doch so schnell? „Wichtig ist, dass Inklusion im Kopf zum Umdenken führt und dort Barrieren beseitigt werden, die heute noch Chancengleichheit behindern,“ so die Politikerin.

Zehn Jahre gibt man sich also – Beobachter darf dieser nicht gerade ehrgeizige Zeitplan kaum verwundern: Sachsen war auch schon beim Aktionsplan für Menschen mit Behinderung Schlusslicht aller Bundesländer.

(RP/mit Materialien von dpa/sn)

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1 Kommentar

  • Andreas Lindlar

    Ist doch richtig schnell. Das wir uns in Deutschland so ein Armutszeugnis ausstellen war zu erwarten.

    7. Oktober 2016 at 18:26

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