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Downophobie: AfD-Vize Hartung tritt zurück

Nach abwertenden Äußerung über Menschen mit Down-Syndrom hat der Mann nun Zeit für Pilze sammeln und Kochen.

Thomas Hartung (Foto: Webseite Thomas Hartung)

Thomas Hartung (Foto: Webseite Thomas Hartung)

Der stellvertretende Landeschef der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen, Dr. Thomas Hartung, zieht – auf Druck seiner Parteispitze – Konsequenzen aus der Affäre um seine abwertenden Äußerungen über Menschen mit Down-Syndrom und Pablo Pineda, Europas ersten Lehrer mit Downsyndrom und Hochschulabschluss (ROLLINGPLANET berichtete und ROLLINGPLANET-Leser Markus Balkenhol fand dafür den ironischen Begriff „Downophobie“).

Der Politiker legte am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem AfD-Landesvorstand alle seine Ämter nieder. Außerdem verzichtet Hartung auf eine Kandidatur zur Landtagswahl in Sachsen.

Von der TU Dresden gefeuert

Besonderen Glauben schenkt ROLLINGPLANET Hartung allerdings nicht, wenn er jetzt den von ihm beschimpften Pineda „aufrichtig um Verzeihung“ bittet. Bis zuletzt hatte der AfD-Mann uns noch eine Invasion mit Lehrern, die Trisomie 21 haben, suggerieren wollen: „Spätestens, wenn die ersten Bildungsverschlimmbesserer eine Down-Syndrom-Quote unter der deutschen Lehrerschaft einfordern, sprechen wir uns wieder.“

Die TU Dresden, bei der Hartung als Dozent tätig ist/war, hat sich wie angekündigt rasch von ihrem Mitarbeiter getrennt. Hartungs Lehrauftrag laufe zum Ende des Sommersemesters aus. „Ein neuer Vertrag wird nicht geschlossen. Die in diesem Semester noch ausstehenden Leistungen, die sich aus dem aktuellen und zum Ende des Sommersemesters auslaufenden Lehrauftrag ergeben, werden vom Institut für Kommunikationswissenschaft übernommen“, erklärte die TU.

Hartung hat nun, wie von ROLLINGPLANET prognostiziert, mehr Zeit für seine Hobbys Pilze sammeln und Kochen.

(RP)

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4 Kommentare

  • Ulrike Czerny

    …gut so…

    26. Juni 2014 at 11:31
  • Ivy Red Jacket

    dito

    26. Juni 2014 at 11:34
  • Karin Stranz

    Ganz sicher, Dr. Hartung hat um Verzeihung gebeten, das ist mir natürlich nicht entgangen.
    Aber hat er nicht in erster Linie um Verzeihung gebeten, dass er der Partei Schaden zugefügt hat? Winselt er in dieser Richtung nicht ein wenig zu viel?
    Von einer Entschuldigung gegenüber schwerbehinderten Menschen kann kaum nennenswert die Rede sein.
    Dr. Hartung verbleibt in der Partei und wird dort schön weiter seine Thesen verbreiten. Im Hintergrund zieht er die Strippen munter weiter.

    Aussage der Frauke Petry: „Persönlich bedauere ich diesen Rückzug sehr haben Thomas Hartung und ich seit Gründung des Landesverbands stets konstruktiv und mit hohem Einsatz zusammen für den politischen Erfolg der AfD gearbeitet.“

    Was genau bedauert Frau Petry daran?
    Dass nun ein Mensch mit offensichtlich fehlgeleiteter Ideologie an der Parteispitze Sachsens fehlt? Das dieser Skandal solche Wellen geschlagen hat?
    Dass diese Geschichte nicht einfach ausgesessen werden konnte?
    Ist das der vielgepriesene Mut zur Wahrheit???
    Ist Frau Dr. Petry überhaupt noch glaubwürdig, ich hege meine Zweifel.
    Und warum gab es keinen Ausschluss?
    Kann man auf Dr. Hartung auf gar keinen Fall verzichten? Ist er so ein großartiger, wichtiger und edler Mensch?

    Wo steckt nur die Frau die menschlich fair und hart in der Sache ist???
    So sagen es ihre Wahlplakate…
    Ihre Aussagen „verbaler Fehlgriff“ und „unglückliche Formulierung“ klingen eher sehr weichgespült.
    Und sind nicht fair gegenüber Menschen, die die (mittlerweile gelöschten) Ansichten des Herrn Doktor nicht vertreten.

    Lediglich die TU Dresden hat sich altruistisch verhalten und Größe bewiesen.
    Sehr gut hätte es Herrn Hartung nämlich auch zu Gesicht gestanden, wenn er freiwillig aus der Partei ausgeschieden wäre.
    Dieses steht jedoch im krassen Gegensatz zu seiner Selbstherrlichkeit.
    Vielleicht sollte er sich eine Knollenblätterpilzsuppe kochen. 😉

    28. Juni 2014 at 09:18
  • Astrid Klinkmüller

    Das ist ja wohl das mindeste, was passieren musste. Alleine so zu denken….. da musste ich schon zweimal Luft holen als ich das las.

    1. Juli 2014 at 18:08

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