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Dr. Oetker-Versuchsküche – Assistenzhunde erlaubt!

Auch für Assistenzhundgespanne gilt in der Versuchsküche von Dr.Oetker: Versuch macht kluch! Denn jetzt ist dem Verein Lichblicke e. V. bei seiner wichtigen Arbeit ein weiterer Teilerfolg gelungen: Ab sofort dürfen auch Menschen mit Assistenzhunden in den Dr. Oetker-Versuchsküchen herum stöbern.

Heile Welt jetzt auch für blinde Menschen: Dr. Oetkers Versuchsküche (Foto: Oetker)

Heile Welt jetzt auch für blinde Menschen: Dr. Oetkers Versuchsküche (Foto: Oetker)

„Die meisten Menschen wissen viel zu wenig über unsere Hilfsmittel mit Seele“

„Ich freue mich sehr, dass wir nach Rücksprache mit unserer Rechtsabteilung unter Beachtung aller Aspekte zu dem Entschluss gekommen sind, dass es möglich ist, Gäste mit einem Assistenzhund bei uns in der Dr. Oetker Welt begrüßen zu können“, so der Leiter von Dr. Oetker Welt in einer E-Mail vom 17.01.2014 gegenüber dem Verein Lichblicke e. V. Die Führungen sollten in Zukunft entsprechend gestaltet werden, um allen Gästen eine erlebnisreiche Zeit zu bieten.

Lichtblicke-Vorsitzender Bert Bohla mit seinem Assistenzhund (Foto: Privat)

Lichtblicke-Vorsitzender Bert Bohla mit seinem Assistenzhund (Foto: Privat)

Autorin Lea Heuser (Foto: Privat)

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei Lichtblicke e.V..: Lea Heuser (Foto: Privat)

Auch die Verantwortlichen von Lichblicke e. V. zeigen sich zufrieden. Lea Häuser, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei Lichtblicke e.V. : „Die meisten Menschen wissen viel zu wenig über unsere Hilfsmittel mit Seele. Deshalb ist Aufklärung über Status und Rechte von Assistenzhunden und ihren Haltern eines unserer obersten Ziele“.

Die verantwortlichen von Dr. Oetker-Welt hatten zunächst hygienische Bedenken gegen die Teilnahme von Assistenzhunden und ihrer Halter an Führungen durch die Dr. Oetker Versuchsküche geltend gemacht. Die Vorbehalte waren jedoch schnell ausgeräumt. Bert Bohla, Vorsitzender von Lichtblicke e. V.: „Menschen schleppen durch ihre Straßenschuhe mindestens genauso viel Dreck in ein öffentlich zugängliches Gebäude ein wie ein Hund mit seinen Pfoten“. Das leuchtete den Verantwortlichen bei Dr. Oetker ein.

Zunächst hygienische Bedenken

Mit Keimen, die der Hund durch das Schnüffeln am Boden an sich tragen kann, kämen weder Kunden noch Lebensmittel in Berührung. Gut ausgebildete Assistenzhunde seien außerdem entsprechend trainiert. Dagegen seien Keime, die durch das Anfassen von Türgriffen oder Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln an den Händen hafteten, ein deutlich höheres Hygienerisiko, zumal ein Mensch damit tatsächlich oft Lebensmittel berühre. Auch das Robert Koch Institut und die Universitätsklinik Heidelberg stellten bereits vor Jahren fest, dass eine Zugangsverweigerung für Assistenzhunde selbst in Arztpraxen und Krankenhäusern aus hygienischer Sicht nicht gerechtfertigt seien. Dies gelte erst Recht für den Lebensmittelbereich, so der Vorsitzende von Lichblicke e. V.

Bohla weiter: „Die Hygieneanforderungen sind nicht durch ein Verbot von Assistenzhunden, sondern gerade trotz ihrer Anwesenheit einzuhalten.“. Diese Ansicht wird auch vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Länder-Arbeitsgruppe für Lebensmittel, Bedarfsgegenstände, Wein und Kosmetika geteilt , wie auf deren Webseite nachzulesen ist.

Lichtblicke e.V. ist bereits seit 1996 für die Belange von Führ- und Assistenzhundgespannen aktiv. Die Arbeit reicht von Seminarangeboten über Beratung bis hin zur konkreten Einzelfallbetreuung: Besonders die Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist ein großes Thema. Für all diese Arbeitsbereiche freut der Verein sich über Mithilfe und Spenden. Mehr Infos unter Lichtblicke e. V.

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Lothar Epe

Lothar Epe

Dieser Beitrag erscheint als unabhängiges Blog auf ROLLINGPLANET. Er wurde von der Redaktion weder geprüft noch muss er unsere Meinung wiedergeben. Auf ROLLINGPLANET können alle User – die etwas zu sagen haben – ihr eigenes Blog veröffentlichen. Lothar Epe ist verheiratet und hat drei Kinder. Als 56-Jähriger begann er 2011 ein Studium an der Freien Journalistenschule in Berlin. Er hat das Post-Polio-Syndrom (Spätfolge der als Kind durchgemachten Poliomyelitis). Bei ROLLINGPLANET tritt Epe zweifach auf: Als ROLLINGPLANET-Redakteur und hier als privater Blogger, der unabhängig von der Redaktion schreibt, was ihm wichtig ist. Zum ausführlichen Profil.

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