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Mysteriöses Drama: Acht Profi-Fußballspieler zeugen behinderte Kinder

Im internationalen Fussball bahnt sich ein Mega-Skandal an: Haben algerische Nationalspieler behinderten Nachwuchs, weil sie bei den Weltmeisterschaften 1982 und 1984 gedopt wurden? Exklusiv: ROLLINGPLANET ist Deutschlands erstes Online-Magazin, das darüber berichtet.

Nicht weniger als acht algerische Ex-Nationalspieler, die an der Fußball-Weltmeisterschaften 1982 und 1986 teilgenommen haben, zeugten behinderte Kinder, wie die renommierte französische Tageszeitung „Le Monde“ berichtet. Die betroffenen Spieler verlangen nun Aufklärung – und vermuten, dass sie ohne ihr Wissen gedopt wurden. Sie wollen wissen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Behinderungen und den damals in Trainingslagern eigenommenen Medikamenten gibt. Sie haben den Weg an die Öffentlichkeit gesucht und fordern eine Untersuchung: „Um endlich die Wahrheit zu erfahren“, so der ehemalige Verteidiger Mohamed Chaïb (Foto), Vater von drei behinderten Töchtern.

Djamel Menad war bei der WM 1986 in Mexiko als Stürmer im Einsatz, seine Tochter leidet unter Corpus-callosum-Agenesie, einer angeborenen Fehlbildung des Gehirns, die auch epileptische Anfälle verursacht. Er sagt: „Seitdem ich weiß, dass ich nicht der Einzige bin, habe ich begonnen mir Fragen zu stellen.“ Menad glaubt nicht an einen Zufall. Dass so viele ehemalige Mitspieler behinderte Kinder haben, könne kein Zufall sein, sagt Menad.

Die Wüstenfüchse, wie sich Algeriens Fußballer nennen, qualifizierten sich vor 2010 genau für zwei Fußball-Weltmeisterschaften: 1982 und 1986. Angeblich sind die Algerier damals von russischen Ärzten betreut worden, die ihnen Dopingmittel verabreichten. Dem widerspricht Ex-Kapitän Ali Fergani: „Wir haben bis auf Vitamin C keine Medikamente genommen.“

ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt sagt in einem Bericht der Sportschau: „Es muss zunächst geklärt werden, um welche Dopingsubstanzen es sich gehandelt haben soll. Vorher ist keine seriöse Einschätzung möglich.“

Auch der Ex-Trainer Rabah Saâdane bestreitet, dass in seiner Zeit zwischen 1984 und 1986 europäische Ärzte dabei waren. Offenbar war laut der französischen Zeitung Le Monde jedoch von 1981 bis 1988 doch ein russischer Therapeut dabei, Evgeny Rogow. Le Monde schreibt zudem, dass Zdrawgo Rajkow aus Ex-Jugoslawien die Mannschaft 1980 betreut habe. Verband und Regierung haben die Vorgänge bislang nicht kommentiert.

James M. Dorsey, ein Experte für die nordafrikanische und arabische Sportwelt, schreibt in seinem Blog “The Turbulent World of Middle East Soccer”: Der ehemalige Spieler Mohamed Kaci Said habe gesagt, dass die ausländischen Mediziner die Spieler wie Versuchskaninchen genutzt hätten, um sowjetische Dopingsubstanzen an ihnen zu testen. Angeblich sollen die Spieler niemals ihre Behandlungsakten zu Gesicht bekommen haben, berichtet laut Dorsey die algerische Zeitung El Watan.

Algerien war 1982 Gruppengegner von Österreich, erst die „Schande von Gijon“ eliminierte die Nordafrikaner aus dem Turnier.

Foto: Mohamed Chaïb, algerischer Ex-Fußballnationalspieler

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