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Dresdner Mediziner setzen erstmals Hörgerät unter der Haut ein

Das Implantat hält mindestens zehn Jahre, dann muss der Akku ausgetauscht werden.

Operateur Nikoloz Lasurashvili zeigt dem Patienten Jürgen Schmidt das implantierte Hörsystem, das komplett unter der Haut verborgen ist. (Foto: Universitätsklinikum Dresden)

Operateur Nikoloz Lasurashvili zeigt dem Patienten Jürgen Schmidt das implantierte Hörsystem, das komplett unter der Haut verborgen ist. (Foto: Universitätsklinikum Dresden)

Mediziner der Dresdner Uniklinik haben – nach eigenen Angaben erstmals in Sachsen – einem Patienten in einer mehrstündigen Operation ein komplett unter der Haut liegendes Hörgerät eingesetzt. Damit werde eine Versorgungslücke geschlossen und das Therapiekonzept für schwerhörige Patienten um einen wichtigen Baustein ergänzt, teilte das Uniklinikum am Montag mit.

Die Methode könne vor allem Patienten helfen, die von totalem Gehörverlust bedroht seien, hieß es. „Die Vollimplantation bietet den Patienten eine Reihe von Vorteilen“, so die Uniklinik in ihrer Mitteilung. „Neben dem erweiterten Leistungsspektrum erhöht sich auch der Tragekomfort. Zudem sind andere Hörsysteme nicht für alle Patienten geeignet – etwa wenn diese im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit mit Staub oder Rauch in Berührung kommen oder aufgrund von Begleiterkrankungen diese nicht adäquat bedienen können. Diesen Patienten können wir mit dem neuen Gerät helfen, wieder zu hören.“

Täglich 40 Minuten lang aufladen

Operateur Nikoloz Lasurashvili erklärt:

„Da sich das Mikrofon hinter dem Ohr unter der Haut befindet, braucht es eine gewisse Eingewöhnungsphase, bis sich Patienten an das neue Hörvermögen gewöhnen.“

Den Angaben zufolge kann das Implantat mindestens zehn Jahre unter der Haut bleiben, dann muss der Akku ausgetauscht werden. Dieser sollte täglich mindestens 40 Minuten über eine Induktionsspule aufgeladen werden. Anders als bei einem Cochlea-Implantat, das per Elektrode direkt mit dem Hörnerv verbunden wird, setzt das Hörgerät auf mechanische Reize am Mittelohr, um das Hörvermögen wiederherzustellen.

(RP/dpa/sn)

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