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Dubiose Provisionen erschüttern Special Olympics

Nur etwa 30 Prozent der Spenden kamen bei den Behindertensportlern an: Dachverband will endlich hohe Vermittlungssummen prüfen.

Geld für Special-Olympics-Sportler gesammelt – aber den Löwenanteil kassierte bislang die damit beauftragte Agentur. (Foto: SOD)

Geld für Special-Olympics-Sportler gesammelt – aber den Löwenanteil kassierte bislang die damit beauftragte Agentur. (Foto: SOD)

Nach Vorwürfen wegen dubioser Vermittlerprovisionen hat der Dachverband der Special Olympics Deutschland (SOD) Untersuchungen angekündigt. SOD-Geschäftsführer Sven Albrecht will die Zusammenarbeit der Landesverbände in Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen mit der Stuttgarter Vermittlungs-Firma Metatop überprüfen. Zudem werde man festgelegte Standards bei der Finanzakquise einführen.

Nach ARD-Recherchen flossen nur etwas mehr als ein Drittel der Geldbeträge tatsächlich an die Special Olympics Landesverbände – der Rest verblieb bei der Metatop. So landeten dort jahrelang Summen in unbekannter Höhe. Unbekannt sei, in welcher Höhe die Gelder tatsächlich bei den Behindertensportlern angekommen sind. Man habe das Thema „Ethik“ mit den Landesverbänden nicht ausreichend diskutiert und wolle dies nun ausbauen, betonte Albrecht.

Wurde erst nach Medienberichten aktiv: SOD-Geschäftsführer Sven Albrecht (Foto: SOD)

Wurde erst nach Medienberichten aktiv: SOD-Geschäftsführer Sven Albrecht (Foto: SOD)

In Deutschland gibt es auf Bundesebene und in jedem Land jeweils zwei große Organisationen für Behindertensportler: die Special Olympics Verbände und die Behindertensportverbände, wo schwerpunktmäßig die paralympischen und körperbehinderten Athleten leistungsorientiert betreut werden. Bei den Special Olympics steht der Breitensport im Vordergrund – rund 40 000 Sportler mit geistiger und mehrfacher Behinderung erreicht die Sportbewegung. Allerdings sind nur die Behindertensportverbände vom Deutschen Olympischen Sport-Bund (DOSB) und den Landessportbünden als Fachverband anerkannt.

Harald Denecken, Präsident der Special Olympics Baden-Württemberg, räumte ein, dass man den Vertrag mit Metatop früher hätte prüfen und neu verhandeln müssen. Zugleich äußerte er Kritik an der Landesregierung, weil sie Special Olympics nicht finanziell fördere.

(RP/dpa)

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