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Duogynon-Klage gegen Bayer abgewiesen

Mehrere hundert Menschen sehen sich als Opfer des Hormonmittels, doch ein behinderter Mann ist nun endgültig mit seiner Schmerzensgeldforderung gescheitert.

Originalverpackung (Foto: www.duogynonopfer.de//www.muvs.org © 2007 Vienna)

Es klingt ein wenig nach dem Contergan-Skandal: „Viele Frauen bekamen Kinder mit Missbildungen, wie offener Rücken, urologische Schäden, Herzschäden, fehlende Gliedmaßen,… Warum gibt Bayer keine Auskunft und beantwortet diese Fragen nun endlich?“ schreibt die Selbsthilfegruppe „Duogynonopfer“ auf ihrer Webseite.

Doch eine Schmerzensgeldklage wegen des Hormon-Medikaments Duogynon gegen den Pharma-Konzern Bayer ist nun endgültig gescheitert. Das Urteil des Berliner Landgerichts sei jetzt rechtskräftig, teilte das Kammergericht am Montag mit. Der Kläger habe die Berufung zurückgenommen.

Der behinderte Mann hatte von Bayer als Rechtsnachfolgerin des Duogynon-Herstellers Schering Schmerzensgeld von mindestens 50.000 Euro verlangt. Nach seiner Meinung wurde er durch das Hormonpräparat geschädigt, das seiner Mutter 1975 als Schwangerschaftstest verabreicht worden war. Urintests als Nachweis für eine Schwangerschaft gab es damals noch nicht.

Etwaige Ansprüche sind verjährt

Das Landgericht hatte die Klage Anfang Juli auch im zweiten Anlauf zurückgewiesen. Zur Begründung hieß es, die Ansprüche seien verjährt.

Der Kläger aus Bayern hatte sich als Stellvertreter für mehrere hundert Menschen verstanden, die sich ebenfalls als Opfer sehen. Sie führen Missbildungen von Embryos auf das Medikament zurück.

Duogynon war in den 60er Jahren vom Unternehmen Schering auf den Markt gebracht worden, das heute zum Bayer-Konzern gehört. Das Mittel wurde zum einen gegen ausbleibende Monatsblutungen eingesetzt, zum anderen als Test, ob eine Schwangerschaft besteht. Letzteres geschah in Deutschland bis Ende der 70er Jahre.

(dpa/RP)

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