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E-Hockey: „Diese Weltmeisterschaft wird bahnbrechend sein“

Spektakuläre Eröffnungsfeier, ein Unentschieden für Deutschland gegen Belgien und eine Schweigeminute.

Die E-Hockey-Weltmeisterschaft ist eröffnet – Deutschland und Belgien trennten sich im Eröffnungsspiel mit 6:6

Die E-Hockey-Weltmeisterschaft ist eröffnet – Deutschland und Belgien trennten sich im Eröffnungsspiel mit 6:6

Etwa 1500 Zuschauer erlebten die WM-Eröffnung im Münchner Olympia Eissportstadion, das für dieses Turnier barrierefrei aufgerüstet wurde

Etwa 1500 Zuschauer erlebten die WM-Eröffnung im Münchner Olympia Eissportstadion, das für dieses Turnier barrierefrei aufgerüstet wurde

Seit Monaten haben Stefan Utz, Nationalspieler und Vorsitzender des Organisationskomitees, und sein Team diese Weltmeisterschaft mit einer sensationellen Energieleistung vorbereitet (ROLLINGPANET berichtete) – und als gestern Abend um 19 Uhr im Münchner Olympia Eissportstadion der Startschuss für die E-Hockey-WM 2014 fiel, war nicht nur viel Perfektion, sondern auch Gänsehaut dabei.

Rund 1.500 Zuschauer erlebten eine spektakuläre Eröffnungsfeier inklusive einer Schweigeminute für den vor drei Wochen verstorbenen Münchner Aktivisten Ferdinand Schießl. Ein kleiner Gedenk-Moment für den Vorkämpfer des selbstbestimmten Lebens von Menschen mit Behinderung, der zeigt, dass die Macher nicht nur Sport im Kopf haben, sondern mit ihrem Turnier auch politisches Bewusstsein zeigen.

Fazit: Ein fast rundum gelungener Abend (kleine Minuspunkte gibt es für den üblichen Tribut an zu viele Redner und die deutsche Natio, die in ihrem Auftaktspiel gegen Belgien etwas leichtfertig den Sieg vergab). ROLLINGPLANET fasst die Höhepunkte des Abends zusammen:

Einzug der acht Nationen

Mit dem Einzug der acht teilnehmenden Nationen – Australien, Belgien, Dänemark, Titelverteidiger Deutschland, Finnland, Italien, Niederlande und die Schweiz – ins Olympia Eissportstadion ging es los: Zusammen mit rund 100 Eskorten-Kindern konnten die 80 E-Hockey-Spieler ihre Nationalmannschaften präsentieren.

Spieler beim Einrollen in die Olympiahalle, hier Stefan Utz – der ist nicht nur Sportler, sondern auch Chef-Organisator

Spieler beim Einrollen in die Olympiahalle, hier Stefan Utz – der ist nicht nur Sportler, sondern auch Chef-Organisator

Das Münchner Sporttheater Ensembles begeisterte das Publikum

Das Münchner Sporttheater Ensembles begeisterte das Publikum

Das Programm der Münchner Rollstuhltänzer

Das Programm der Münchner Rollstuhltänzer

Die E-Rolli-Welt steht kopf...

Die E-Rolli-Welt steht kopf…

...unterstützt von Sponsor Mercedes

…unterstützt von Sponsor Mercedes

Der Tänzer mit den Krücken: Dergin Tokmak alias Stix

Der Tänzer mit den Krücken: Dergin Tokmak alias Stix

Moderiert von Christoph Süß vom Bayerischen Rundfunk und inszeniert von Peter Birlmeier, Gründer und Leiter des Münchner Sporttheater Ensembles, freuten sich die Gäste im Anschluss über ein unterhaltsames Bühnenprogramm: Sportliche Acts von der Rock’n’Roll-Gruppe des TSV-Forstenried, Linguadi Capoeira München, dem Münchner Sporttheater-Ensemble, Dergin Tokmak alias Stix, der Krückentänzer, und die Rollstuhltänzer des USC München wechselten sich ab mit motivierenden Worten honoriger Gäste und Beteiligter.

So unterstützt die Stadt München die WM von Beginn der Planungen an mit großem Engagement und 230.000 Euro: „Wir sind besonders stolz, erstmalig Gastgeber der Weltmeisterschaft im Elektrorollstuhl-Hockey zu sein und freuen uns, ein weiteres Sporthighlight der Spitzenklasse zu präsentieren“, so Christine Strobl. „Die Gleichstellung benachteiligter Menschen und die Förderung der Inklusion im Sport gehört für die Landeshauptstadt zum Selbstverständnis. Die E-Hockey-WM ist Zeichen der Gemeinsamkeit im Sinne eines sportlichen Fair Plays, aber auch im Sinne einer inklusiven und wertschätzenden Gesellschaft.“

Neben Ministerialdirigent Gerhard Böhm, Leiter der Abteilung Sport des Bundesministeriums des Innern und damit Vertreter der Bundesregierung, nahm Staatssekretär Georg Eisenreich an der feierlichen Eröffnung teil. Eisenreich betonte die Bedeutung solcher sportlicher Ereignisse: „Sportlerinnen und Sportler bringen bei Weltmeisterschaften Höchstleistungen – auch und gerade im Behindertensport. Ich freue mich auf spannende Wettkämpfe und wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg.“

DBS-Chef Beucher zeigt sich beeindruckt

DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher

DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher

DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher, dessen Verband Ausrichter der WM ist, hieß die Teams der acht Nationen in München willkommen und prophezeite: „Diese Weltmeisterschaft im Elektrorollstuhl-Hockey wird bahnbrechend sein. Sie wird einer Sportart zu Aufmerksamkeit und Anerkennung verhelfen, die bisher nur am Rande des Behindertensports eine Rolle spielte. Im Münchner Olympiapark können wir zeigen, was wir drauf haben: actiongeladene Spiele, überraschende Manöver und spektakuläre Torszenen.“

John Teunissen, Vorsitzender des internationalen Verbands ICEWH (IWAS Committee Electric Wheelchair Hockey), eröffnete die WM offiziell mit folgenden Worten: „Eines der Hauptziele unserer internationalen E-Hockey-Bewegung ist es, diesen Sport für schwerbehinderte Menschen auf der ganzen Welt publik zu machen, um letztendlich den paralympischen Status zu erreichen. Der ICEWH vertraut darauf, dass das in absehbarer Zukunft erreichbar ist.“

Birgit Kober ist erste WM-Botschafterin

WM-Botschafterin Birgit Kober bei ihrem Grußwort

WM-Botschafterin Birgit Kober bei ihrem Grußwort

Paralympicssiegerin Birgit Kober, erste Sportbotschafterin der WM, fand vor ihrer eigenen Europameisterschaft-Teilnahme in Wales erfreulicherweise die Zeit, die Eröffnungsfeier zu besuchen: „Ich weiß sehr gut, wie hart und aufwendig es ist, sich für so ein internationales Event vorzubereiten und wünsche allen, die in irgendeiner Weise beteiligt sind, faire Spiele und einfach eine gute Zeit. Ich bin überzeugt, dass das deutsche Team dieser Herausforderung gewachsen ist, und drücke ganz fest die Daumen!“

Dima Wolf und Matthias Wariboko sind das Rapper-Duo BlackOut!

Dima Wolf und Matthias Wariboko sind das Rapper-Duo BlackOut!

Das Rapper-Duo BlackOut! bestehend aus Dima Wolf und Matthias Wariboko rundete die Eröffnungsfeier mit dem eigens produzierten WM-Rap „Champion“ ab und unterstrich damit noch einmal das Motto der Weltmeisterschaft: Mit „Image of a Champion“ wollen die Sportler den Fokus klar auf ihre sportliche Leistung legen – denn so sehen Sieger aus, Sieger im Leben und Sieger im Sport.

Deutschland gegen Bjorn Sarrazyn

Stefan Utz hart bedrängt

Stefan Utz hart bedrängt

Hand aufs Herz: Eva-Maria Berndl beherrscht nicht nur die deutsche Nationalhymne...

Hand aufs Herz: Eva-Maria Berndl beherrscht nicht nur die deutsche Nationalhymne…

...sondern auch das Toreschießen

…sondern auch das Toreschießen

Beim anschließenden Eröffnungsspiel des Titelverteidigers Deutschland gegen Belgien (Gruppe A) fielen insgesamt 12 Tore. Deutschland lag lange vorne (Halbzeit: 4:2), allerdings gelang Belgien im wahrsten Sinne des Wortes in der allerletzten Sekunde der Ausgleich – Endstand 6:6. Eva-Maria Berndl schoss drei der sechs Tore für Deutschland, Paul Emmering und Stefan Utz zwei weitere. Das Tor in der 17. Minute war ein Eigentor von Belgien. Das belgische Spiel beherrschte Bjorn Sarrazyn, der fünf der sechs Tore für Belgien erzielte. An Vanheusden verzeichnete in der allerletzten Sekunde den sechsten belgischen Treffer.

Weiter geht es am heutigen Donnerstag und morgigen Freitag mit den Vorrundenspielen. Am Samstag und Sonntag folgen dann die Halbfinal- und Finalspiele. Der Eintritt ist zu jeder Zeit frei. Den vollständigen Spielplan und die jeweiligen Ergebnisse finden Sie unter www.ewh2014.com/ergebnisse.html

(RP/mit Materialien von Katrin Donauer/Fotos: ewhwc2014)

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