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Ein bundesweites Problem: Nicht genug barrierefreie Wohnungen

Zwei Studien – ein Ergebnis: Bauherren und Architekten mögen uns nicht.

Stufen, schmale Türen oder zu kleine Badezimmer – nur rund fünf Prozent aller Wohnungen in Deutschland sind komplett barrierefrei. (Foto: pixelpart/pixelio.de)

Stufen, schmale Türen oder zu kleine Badezimmer – nur rund fünf Prozent aller Wohnungen in Deutschland sind komplett barrierefrei. (Foto: pixelpart/pixelio.de)

In Baden-Württemberg gibt es einer Studie zufolge nicht genug barrierefreien Wohnraum für Alte und Behinderte. Rund 80 Prozent der 73 Wohnungsunternehmen und Genossenschaften, die im Auftrag der landeseigenen L-Bank befragt wurden, halten die Zahl für zu niedrig.

Von den rund 103.000 Wohnungen der befragten Wohnungsunternehmen seien nur etwa 4000 barrierefrei (das sind weniger als 4 Prozent), berichtete die Bank am Montag in Karlsruhe.

Gleichzeitig aber lebe bei einem Drittel der Mieter mindestens eine Person über 65 Jahre im Haushalt. Zur Einordnung: Laut Statistischem Landesamt gab es 2010 im Südwesten insgesamt rund 2,1 Millionen Mietwohnungen.

Ähnliche Situation in Mecklenburg-Vorpommern

Das ist allerdings kein speziell baden-württembergisches Problem. Die Situation in allen anderen Bundesländern ist ähnlich. Eine zweite Studie verdeutlicht dies am Beispiel von Mecklenburg-Vorpommern.

Auch hier sind die meisten Wohnungen von Senioren und Behinderten nicht barrierefrei. Einer Studie des Kuratoriums Deutsche Altershilfe zufolge sind nur 5,8 Prozent aller Wohnungen im Land, die von über 65-Jährigen bewohnt werden, weitgehend ohne Barrieren.

Ein Drittel der Senioren findet die Badezimmertür zu schmal und das Bad zu klein für die Benutzung eines Rollators. Nicht einmal jede fünfte Wohnung hat demnach eine bodengleiche Dusche.

Die Studie, für die im Juli 1000 Senioren im Land befragt worden sind, wurde am Freitag in der Enquetekommission des Landtag „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“ vorgestellt.

(dpa)

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1 Kommentar

  • Sabine Burger

    Die Wohnungsituation ist wirklich schlecht.
    Wir werden gerade aus unserer Wohnung gemoppt, in der ich im Moment immer noch gut zurechtkomme. Es wäre auch keine Schwierigkeit, eine Stufe mittels einer Rampe zu überwinden.
    Die Suche nach einer barrierefreien Wohnung ist schwer.
    Es ist ja nicht nur die Wohnungsituation, sondern auch die Kosten.
    Die meisten Wohnungsbauunternehmen in Baden-Württemberg arbeiten mit einem Immobien-Makler zusammen. So muß man auch noch die Makler-Gebühren zahlen.
    Rentner und Behinderte sind nun mal nicht die diejenigen, die ein gutes Einkommen haben!!
    Bin mal gespannt, ob sich an der Situation was ändert?
    Es werden immer mehr Menschen, ob behindert oder alt, auf einen barrierefreien Wohnraum angewiesen sein.

    17. September 2013 at 14:16

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