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Ein einmaliges Magazin über Menschen mit Behinderung, die ihren eigenen Weg gehen

Die schwerhörige Studentin Katharina Mottyll sucht Bilder und Texte für eine Zeitschrift, bei der es NICHT um Helden oder Opfer geht. Von Lothar Epe

Katharina Mottyll (Foto: privat)

Katharina Mottyll (Foto: privat)

Wer kennt nicht den Ratschlag? Lerne erst mal etwas Gescheites. Erst recht, wenn Du ein Handicap hast. Möglicherweise hat das die 30-jährige, schwerhörige Katharina Mottyll zu Herzen genommen, ehe sie sich wagte, in die kreative Spur abzubiegen.

Vor zehn Jahren machte das im „tiefen Ruhrgebiet“ geborene Multitalent 2003 auf dem zweiten Bildungsweg ihr Abitur an der Rudolf Steiner Schule Bochum. Danach entschied sie sich zunächst für eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Ergotherapeutin.

Herausragendes Design-Talent

Ein Beruf, in dem sie vermutlich nicht so bald ihr Geld verdienen wird. Mottyll nahm für mehrere Monate an einem Projekt „Arbeiten und Wohnen für behinderte Menschen“ in Nordirland teil, war freie Mitarbeiterin in einer Schreinerei, bildete sich als Verhaltens- und Lerntherapeutin weiter und absolvierte ein Praktikum in der Essener Agentur nodesign.

Vor allem aber studiert Mottyll seit drei Jahren Kommunikationsdesign an der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung, gefördert durch ein Stipendium der Begabtenförderung berufliche Bildung des Bundesministerium für Bildung und Forschung (SBB).

In ihrem Studium widmet sie sich vor allem der Fotografie. So entstand während des Wahlkampfs das fotografische Projekt „Ab durch die Mitte“, das Geschichten aus Deutschland erzählt und vor einigen Wochen in Bochum ausgestellt wurde.

Ein Motiv aus "Ab durch die Mitte –  Eine fotografische Reise durch Deutschland" (Foto: Katharina Mottyll)

Ein Motiv aus „Ab durch die Mitte – Eine fotografische Reise durch Deutschland“ (Foto: Katharina Mottyll)

Zeitschrift über Menschen mit Behinderung

Nun entwickelt Mottyll im Rahmen ihres Bachelors, mit dem sie im Februar 2014 ihr Kommunikationsdesign-Studium beenden will, ein Magazin: „In meinem Thema geht es um die Konzeption und Umsetzung einer Zeitschrift, die über Menschen mit Behinderung berichtet“.

Warm und transparent und nicht zuletzt auch humorvoll soll die Ansprache werden. „Die Arbeit handelt von Menschen, die trotz gesellschaftlicher und damit verbundener sozialer Hürden ihren völlig eigenen Weg gehen“.

Katharina Mottyll  gestaltete die Ausgabe „Polytrauma“ der monothematischen Zeitschrift „Räson“.

Katharina Mottyll gestaltete die Ausgabe „Polytrauma“ der monothematischen Zeitschrift „Räson“.

Mottyll  erzählt: „Hierbei sollten Thema, Inhalte, Layout und Gestaltung beim Studenten liegen. Ich habe mich für das Thema ,Umgang mit dem Tod‘ entschieden. Ein Großteil der Fotogra¬fie wurde von mir selbst gemacht, ebenso schrieb ich einige Texte und führte Interviews und Protokolle.“

Mottyll erzählt: „Hierbei sollten Thema, Inhalte, Layout und Gestaltung beim Studenten liegen. Ich habe mich für das Thema ,Umgang mit dem Tod‘ entschieden. Ein Großteil der Fotogra¬fie wurde von mir selbst gemacht, ebenso schrieb ich einige Texte und führte Interviews und Protokolle.“

Statistik etwas anders: Doppelseite aus dem Magazin "Räson"

Statistik etwas anders: Doppelseite aus dem Magazin „Räson“

Mottyll will Menschen mit Behinderung weder als Opfer noch als Helden zeigen. Die Studentin, die während ihres Studiums schon zwei wunderschöne Ausgaben – jeweils eine für die Magazine „Räson“ (siehe Fotos oben) und „Konstrukt“ gestaltet hat –, ist auf Mithilfe angewiesen: „Ich kann bei diesem Projekt schon alleine aus Zeitgründen nicht alles selbst schreiben“. Deshalb sucht sie Bilderstrecken und Texte zum Thema, egal welcher Art, wenngleich sie Reportagen bevorzugt.

„Leider ist es mir nicht möglich, Beiträge zu honorieren, aber das Magazin wird auch erst einmal nur hochschulintern veröffentlicht. Wer mich unterstützen oder auch einfach nur einen Tipp loswerden möchte, darf sich gerne bei mir per Email melden.“ Die Adresse: [email protected]

Mehr über Katharina Mottyll finden Sie auf ihrer Webseite: http://www.katharinamottyll.de

(RP)

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3 Kommentare

  • Gertrud Lanser

    diese Worte zu lesen, ist mir eine Wohltat und macht Freude.
    daß es Menschen, die mit Behinderung ihren eigenen Weg gegangen sind, durch Selbstfindung und innerer Umkehr, total gesund werden können, ist für ander unverständlich und man kann darüber mit keinem anderen reden, weil man ja keine Hilfe mehr braucht, sondern kostenlose erfahrung weitergeben könnte.

    Ich spreche aus eigener Erfahrung und habe es alleine geschafft, aber trotzdem schwer zu tragen, was das Umfeld anbelangt, bzw. Familie und Dienststelle.

    26. November 2013 at 19:31

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