Ein Freund für die Special Olympics in Willingen

Warum er sich als „Gesicht der Spiele“ engagiert: Interview mit Skisprung-Olympiasieger Severin Freund.

Severin Freund (Foto: http://www.severinfreund.de)

Severin Freund (Foto: http://www.severinfreund.de)

Der 28-jährige Skisprung-Olympiasieger Severin Freund engagiert sich als „Gesicht der Spiele“ für die Special Olympics in Willingen 2017. Dies teilten die Organisatoren am Mittwoch mit. Für die nationalen Winterspiele für Menschen mit geistiger Behinderung (6. bis 9. März 2017) soll Freund mit den zwei Special-Olympics-Athleten Ralf Wilke (Langlauf) und Kathrin Werthmüller (Ski alpin) das Motto „Gemeinsam stark“ präsentieren.

Zu den Spielen werden etwa 700 Athletinnen und Athleten erwartet. Mit den Betreuern, Familienangehörigen, den freiwilligen Helfern und Gästen werden voraussichtlich 2.800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Nationalen Winterspiele einbezogen.

„Mit Willingen verbindet die Sportwelt das Skispringen und so sind wir sehr froh, dass sich die Ausrichtergemeinde und der weltbekannte Sportler Severin Freund so stark für die Special Olympics Willingen 2017 engagieren!“ sagt Dr. Bernhard Conrads, Präsident des Organisationskomitees und Erster Vizepräsident von Special Olympics Deutschland. „Das umso mehr, da Nationale Spiele von Special Olympics Deutschland keineswegs kommerzielle oder Show-Veranstaltungen sind. Mit den Spielen wollen wir gemeinsam etwas verändern, in die Gesellschaft hineinwirken, um Menschen mit geistiger Behinderung zu mehr Anerkennung und Teilhabe zu verhelfen. Dass dies auf wunderbar emotionale und begeisternde Art geschieht, macht Special Olympics Veranstaltungen so einmalig und unvergesslich“, so der OK-Präsident.

Diesem Gedanken schließt sich Freund an und begründet damit auch sein Engagement für die Spiele. „Ich finde, Special Olympics und die Veranstaltungen sind eine grandiose Idee! Nur, wenn es solche Aktionen und Veranstaltungen wie von Special Olympics Deutschland gibt, kann die Aufmerksamkeit für Sportler mit Behinderung steigen. Im Endeffekt sind es tolle sportliche Wettkämpfe. Jeder, der Sport macht und seine Leistung zeigen will, sollte die Chance dazu bekommen,“ erklärte der zweimalige Weltmeister von Falun in unserem Interview.

Interview mit Severin Freund: „Die Special Olympics sind eine grandiose Idee“

Das heute vorgestellte Plakatmotiv der Special Olympics Willingen 2017 mit den „Gesichtern der Spiele“ Ralf Wilke, Severin Freund und Kathrin Werthmüller. (Foto: SOD)

Das heute vorgestellte Plakatmotiv der Special Olympics Willingen 2017 mit den „Gesichtern der Spiele“ Ralf Wilke, Severin Freund und Kathrin Werthmüller. (Foto: SOD)

Wie war das Fotoshooting für Sie? Und wie war das erste Treffen mit den Athleten?

Es war echt mega cool und hat extrem viel Spaß gemacht. Fotoshootings sind immer etwas Besonderes, weil man sowas nicht ständig macht. Ralf und Kathrin haben das grandios gemacht mit extrem viel Elan und Freunde. Dann ist es auch für ein selber extrem einfach. Es ist immer ganz cool, wenn man in der Gruppe ein Fotoshooting macht, weil man zusammen einfach mehr Spaß hat.

War das Ihre erste Begegnung mit Menschen mit geistiger Behinderung?

In der Schulzeit hatte ich Kontakt zu Menschen mit geistiger Behinderung. So in dieser Form bei einem Fotoshooting war es das erste Mal.

Was ist Ihre Motivation sich als „Gesicht der Spiele“ zu engagieren?

Ich finde, Special Olympics und die Veranstaltungen sind eine grandiose Idee. Bei den Paralympics hat man jetzt auch gesehen, dass der Sport für Menschen mit Behinderung mehr unterstützt wird. Das finde ich sehr gut. Man merkt, dass das Interesse daran steigt. Nur, wenn es solche Aktionen und Veranstaltungen, wie von Special Olympics Deutschland gibt, kann die Aufmerksamkeit für Sportler mit Behinderung steigen. Im Endeffekt sind es tolle sportliche Wettkämpfe. Jeder, der Sport macht und seine Leistung zeigen will, sollte die Chance dazu bekommen. Ich finde es wahnsinnig gut, wenn alle diese Chance erhalten.

Was haben aus Ihrer Sicht alle Sportler gemeinsam – ob Breiten-, Freizeit- oder Leistungssportler?

Jeder setzt sich Ziele. Jeder will etwas erreichen. Ich sage nicht, ich will Weltmeister werden, sondern ich versuche mich zu verbessern, dann steigt die Chance, dass man seine Ziele erreicht. Sport hat immer etwas damit zu tun, das man besser werden will und auch Spaß daran hat. Dabei ist auch vollkommen egal, auf welchem Niveau man den Sport macht.

Was halten Sie von inklusiven Sportangeboten, wie es sie mit Unified Sports® auch bei Special Olympics Deutschland gibt? Könnten Sie sich vorstellen auch in einem inklusiven Team Sport zu machen?

Klar, warum nicht? Das klassische Gegenargument ist ja oft das unterschiedliche Leistungsniveau. Ich denke, dass Sportler mit einer Behinderung genauso gut im Sport sein können, wie Sportler ohne Behinderung. Manchmal sind es einfach auch ein bisschen angestaubte Ansichten, die dem im Weg stehen. Ich bin sehr, sehr glücklich über die Entwicklung, dass es sich immer mehr angleicht und es mehr Fortschritt in dem Bereich gibt. Es sollte auf jeden Fall noch mehr Angebote geben.

Was können sie den Special Olympics Athleten zur Ausrichtergemeinde sagen, worauf können sie sich in Willingen freuen – auch wenn Skispringen nicht auf der Agenda steht?

Willingen ist echt anders, im positiven Sinn! Wir freuen uns jedes Jahr wahnsinnig, wenn wir in Willingen sind. Mein Bezug zu Willingen ist besonders, weil ich dort meinen ersten Heim-Weltcup gewonnen hab. Das war kurze Zeit nachdem ich meinen ersten Weltcup überhaupt gewonnen hab. Das war der absolute Brüller. Für mich ist es immer wieder ein großer Spaß dahin zufahren. Es ist in Willingen immer laut und die Leute haben wahnsinnigen Spaß dort und deswegen können sich alle Athleten auf etwas Großes in Willingen freuen!

(RP/PM)

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