Ein harter Knochen: Die Krankenakte des Dirk Passiwan

Nach der ersten niederschmetternden Diagnose vor gut zwei Wochen kann der kompletteste Rollstuhlbasketballer der Welt seine Karriere fortsetzen.

Dirk Passiwan beim Wurf.

Dirk Passiwan beim Wurf.

Wie ROLLINGPLANET bereits meldete („Dirk Passiwan ist dabei: Bundestrainer Nicolai Zeltinger nominiert sein Team für London“), darf der Trierer Ausnahmeathlet nach Auskunft der Ärzte seine Karriere weiterführen – nachdem bereits ein Aus befürchtet worden war. Statt eines Taktikbuchs braucht Passiwan nun aber wohl eher ein medizinisches Fachlexikon.

Nach zahlreichen Untersuchungen in den letzten 14 Tagen bei etlichen Spezialisten wurden Knocheninfarkte (Durchblutungsstörung im Knochengewebe) in beiden Ellbogengelenken sowie bereits fortgeschrittene Osteoporosen (Knochenschwund) in beiden Hüftgelenken attestiert. Schon länger war bekannt, dass Passiwan von Knienekrosen (absterbendes Gewebe) betroffen ist. Doch trotz schwacher Knochen und schlappen Gewebes ist Passiwan ein harter Knochen – er will unbedingt weitermachen.

Das sagen die Ärzte

Sowohl der behandelnde Arzt, Orthopäde und Sportmediziner Dr. Peter Krapf aus Trier, als auch der renommierte Sportmediziner Professor Dr. Heß in Saarlouis kamen zum Resultat, dass Passiwan weitermachen kann. Bedingung: Er muss zunächst für einige Wochen kürzer treten, um die momentanen Beschwerden – die überwiegend von einer Verletzung aus den Europapokal-Spielen Anfang März stammen – völlig abheilen zu lassen.

Erleichtert ist auch Bundestrainer Nicolai Zeltinger („Dirk ist der derzeit kompletteste Rolli der Welt”) – Passiwan spielt in der Form seines Lebens, war Topscorer bei der Europameisterschaft 2011 in Israel und ohne ihn würden die Medaillenhoffnungen für die Paralympics 2012 in London drastisch schwinden. Der 89-fache Nationalspieler soll spätestens Juni/Juli in die Vorbereitungen für das paralympische Turnier einsteigen.

Das sagt Passiwan

Neben seinem Verein Immovesta Dolphins Trier und der Nationalmannschaft freut sich natürlich insbesondere Dirk Passiwan:

„Ich bin nach der Horrormeldung der Ärzte vor einigen Wochen mehr als erleichtert. Nicht nur, dass ich weiter Basketball spielen kann, sondern auch, dass die sicherlich nicht schönen Resultate der Untersuchungen bei Einhaltung einiger Dinge auch keine schwerwiegenden, kurzfristigen Folgen haben werden!“ sagte der 35-Jährige.

Und er betont: „Ich habe gelernt, seit meiner Haupterkrankung vor nunmehr zwölf Jahren mit meinen Folgeschäden und Handicaps leben zu können und bin in den letzten Jahren zu einem Kämpfer geworden! Es wäre dennoch für mich sehr schwer zu verkraften gewesen, hätte ich meine Karriere tatsächlich beenden müssen, denn dieser tolle Sport bietet mir so viel an Lebensqualität, für die es sich allein schon lohnt zu kämpfen!“

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