""

Ein Satz mit Bellevue: Ick belle wü een behinderter Hund*

*Berlinerisch (wenn man „behinderter“ weglässt) für: Was soll man dazu noch sagen… ?

Access City Award der EU-Kommission für Berlin: Die Hauptstadt strengt sich angeblich besonders für Menschen mit Behinderung an.

Berlin (Foto: Ich und Du/pixelio.de)

Wir von ROLLINGPLANET aus der Provinz München sind weit weg und können es natürlich nicht so genau wissen. Wir haben bisher immer gedacht, dass Berlin eine blöde Weltstadt für Menschen mit Behinderung ist: Nie weiß man so genau, ob man aus dem S-Bahnhof wieder rauskommt (weil mal wieder ein Fahrstuhl kaputt ist), man als Rollstuhlfahrer ständig durch Hundescheiße rollt (falls es einen nicht vorher auf einem Kopfsteinpflaster aus dem Stuhl gehauen hat), und sagte nicht neulich selbst Sozialsenator Mario Czaja (CDU), dass Berlin den Ausbau zu einer behindertengerechten Stadt weiter vorantreiben muss?

Arm aber sexy, so haben wir einer Aktion Mensch-Studie blind geglaubt, landet deutschlandweit auf den letzten Platz (Nummer 1: unser Dorf!), was barrierefreie Arbeitsplätze anbelangt, und wer deshalb um Beistand von oben bitten will, findet eine barrierefreie Kirche eher in München (diesbezüglich laut Aktion Mensch Nr. 1), Frankfurt (Nr. 2), Köln (Nr. 3) oder Hamburg (Nr. 4).

So kann man sich täuschen: Berlin ist von der Europäischen Kommission mit dem Access City Award 2013 ausgezeichnet worden. „Menschen mit Behinderungen sind im Alltag noch immer mit zu vielen Hindernissen konfrontiert, aber Städte wie Berlin zeigen vor, wie das Leben für alle leichter werden könnte“, sagte EU-Justizkommissarin Viviane Reding bei der Preisverleihung in Brüssel. In Berlin hat jeder sechste eine Behinderung, die Zahl Schwerbehinderter betrug 2010 offiziellen Angaben zufolge rund 400.000.

Wowi fordert bessere Teilhabe von behinderten Menschen

Zum Europäischen Tag für Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember zeichnet die Europäische Kommission jährlich eine europäische Stadt aus. Berlin wurde für die Anstrengungen gelobt, die Stadt „barrierefrei und so für alle zugänglich“ zu machen. Die Jury hob dabei insbesondere den öffentlichen Nahverkehr hervor. Zudem werde bei Bauprojekten und Sanierungen in Berlin viel investiert, um die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen zu verbessern, hieß es.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte zuvor eine bessere Teilhabe von behinderten Menschen in der Gesellschaft gefordert. Menschen mit Behinderung seien immer noch nicht in der Lage, ihre Partizipationsrechte in gleichberechtigter Weise wahrzunehmen, sagte Wowereit. Daran müsse weiter aktiv gearbeitet werden. Der Regierende Bürgermeister fügte hinzu: „Berlin hat Fortschritte beim Thema Barrierefreiheit gemacht, ist aber noch nicht am Ziel.“ ROLLINGPLANET wiederholt sich: Niemand hindert Sie daran, Wowi, Sie sind doch schließlich der Oberberliner.

(RP/dapd)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN