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Ein Tag in der Geschichte

Die Fotografin Andrea Gjestvang wurde für ihre Portraits von Überlebenden des Massakers von Utøya ausgezeichnet.

Überlebte das Masaker: Cecilie Herlovsen, 17 (Foto: Sony World Photography Awards/Andrea Gjestvang)

Überlebte das Masaker: Cecilie Herlovsen, 17 (Foto: Sony World Photography Awards/Andrea Gjestvang)

Überlebte: Ylva Schwenke (15)

Überlebte das Massaker: Ylva Schwenke, 15 (Foto: Sony World Photography Awards/Andrea Gjestvang)

Die 17-jährige Cecilie Herlovsen entkam dem Tod nur, weil die letzte Kugel in ihrem Weisheitszahn stecken blieb, nachdem Schüsse ihren Arm, ihre Schulter und das Kinn getroffen hatten. Der rechte Unterarm musste ihr amputiert werden. Sie erzählt: „Mein Leben hat sich seither total geändert. In der Schule hatte man mich früher gehänselt, ich fühlte mich unglücklich und zog mich total zurück. Nach Utøya habe ich gelernt, zu mir zu finden. Natürlich gibt es Augenblicke, in denen ich traurig bin über das, was geschehen ist. Aber grundsätzlich bin ich positiver geworden und schätze meine Leben.“

Die norwegische Fotografin Andrea Gjestvang besuchte und portraitierte junge Menschen, die das Massaker von Utøya überlebten, in ihrem Zuhause. Dazu gehören die beiden Mädchen Cecilie Herlovsen und Ylva Schwenke, ein 15 Jahre altes Mädchen, dem der Attentäter in die Schulter, in ihren Bauch und in ihre Oberschenkel geschossen hatte. Jede Aufnahme sei ihr wichtig, sagt Gjestvang, doch am meisten bewegte sie die Aufnahme von Ylva, die im Nacken eine große Wunde hat: „Sie trägt die Geschichte auf ihren Schultern“,

Fotografin des Jahres

Gjestvang wurde für ihre Fotoserie „One Day in History“ (Ein Tag in der Geschichte) beim Sony World Photography Award mit dem „Iris d’Or“ und dem Titel „Photographer of the Year“ ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Dollar dotiert. Neben Gjestvang zeichnete die Jury in London 14 weitere Fotografen in Kategorien wie Sport, Landschaft, Architektur, Lifestyle oder Fashion & Beauty aus.

Auf der Insel Utøya war es am 22. Juli 2011 zu der Katastrophe gekommen, als Anders Behring Breivik mit einer halbautomatischen Waffe wahllos auf Menschen zielte und dabei in 90 Minuten 69 Menschen tötete. Im August 2012 wurde Breivik von einem norwegischen Gericht für zurechnungsfähig erklärt und zu 21 Jahren Gefängnis mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt, der Höchststrafe.

(RP)

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