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Ein todkrankes Baby – zum Sterben verurteilt

Gegen den Willen der Eltern: Ärzte in London dürfen Behandlung einstellen.

Abend an der Themse (Symbolfoto: Rolf Handke /pixelio.de)

Abend an der Themse (Symbolfoto: Rolf Handke /pixelio.de)

Die Eltern eines todkranken Babys in Großbritannien haben einen Gerichtsstreit um das Leben ihres Sohnes Charlie verloren. Ein Berufungsgericht in London habe am Donnerstag ihre Klage gegen die behandelnden Ärzte verworfen, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Die Eltern wollten Charlie in die USA bringen, um ihn an einer experimentellen Therapie gegen seine seltene, genetische Erkrankung teilnehmen zu lassen. Diese Behandlung sei ihre letzte Hoffnung, argumentierten die Eltern (ROLLINGPLANET berichtete).

Die Spezialisten, die den neun Monate alten Jungen behandeln, sind allerdings überzeugt, dass die Therapie nicht helfen würde und plädierten dafür, die lebenserhaltenden Maßnahmen bei Charlie einzustellen. Laut BBC kann das Baby nicht sehen, hören, kein Geräusch von sich geben und sich nicht bewegen. Die lebenserhaltenden Maßnahmen würden den „Prozess des Sterbens nur verlängern“, argumentierten die Ärzte.

Mit „schwerstem Herzen“

Im April hatte bereits eine Vorinstanz geurteilt, dass die Therapie dem Säugling nicht helfen würde. Der Richter damals sagte laut BBC er treffe diese Entscheidung mit „schwerstem Herzen“ aber mit der totalen Überzeugung in Charlies Interesse zu handeln.

Das Berufungsgericht schloss sich dieser Meinung nun an. Die Richter äußerten Hochachtung vor der Haltung der Eltern. „Mein Herz ist bei ihnen“, sagte einer von ihnen. Ob die Eltern das Urteil erneut anfechten, war zunächst unklar. Theoretisch gibt es in Großbritannien noch eine weitere Instanz.

(dpa)

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