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Ein unerwartet handzahmer Patient: Wolfgang Niedecken

Der BAP-Musiker hat das Risiko eines Schlaganfalls nie ernst genommen – bis er selbst einen hatte.

Wolfgang Niedecken (l) und sein Arzt Thomas Liebig beim Neuroradiologenkongress in Köln (Foto: Henning Kaiser/dpa)

Wolfgang Niedecken (l) und sein Arzt Thomas Liebig beim Neuroradiologenkongress in Köln (Foto: Henning Kaiser/dpa)

BAP-Musiker Wolfgang Niedecken (62) ist im Krankenhaus kein Rebell, eher im Gegenteil. „Ich bin, glaub ich, ein sehr folgsamer Patient“, sagte der Kölsch-Rocker am Donnerstag bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie in Köln. Die Voraussetzung dafür sei natürlich ein Vertrauensverhältnis. Nach seinem Schlaganfall vor zwei Jahren sei er glücklicherweise von echten Profis behandelt worden.

Der BAP-Mann räumte ein, bis dahin kaum etwas über Schlaganfälle gewusst zu haben. Deshalb habe er die Symptome auch nicht richtig gedeutet. Seine Frau habe aber gleich den Notarzt gerufen. Im Krankenhaus angekommen, sei seine erste Frage gewesen: „Wie lang dauert’n das hier?“

„Jetzt geht’s um die Wurst“

Schließlich habe er wenige Tage später auf Tournee gehen wollen. Erst als er kurz darauf zum zweiten Mal sein Sprachvermögen verloren habe, sei ihm der Ernst der Lage allmählich klar geworden. „Der letzte Gedanke war wirklich: ,Jetzt geht’s um die Wurst‘ und ,hoffentlich wach‘ ich nochmal auf‘.“

Bei der Operation schoben Ärzte über die Leistenarterie einen Katheterdraht bis in Niedeckens Gehirn vor, wo ein Gerinnsel ein Blutgefäß verstopfte. Der Pfropfen wurde in einem winzigen Gitterröhrchen eingefangen und mit dem Katheter herausgezogen. So wurde Niedecken wieder völlig gesund.

Dritthäufigste Todesursache in Deutschland

In Deutschland erleiden jedes Jahr 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Es ist die dritthäufigste Todesursache. Niedeckens Arzt Prof. Thomas Liebig sagte, während ein Herzinfarkt starke Schmerzen und Todesangst verursache, vollziehe sich ein Schlaganfall tückischerweise schmerzlos.

Häufige Anzeichen seien plötzlicher Sprachverlust, Bewegungsstörungen, fehlendes Gefühl etwa in den Fingerspitzen und eine Asymmetrie des Gesichts wie ein herunterhängender Mundwinkel.

(dpa)

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