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Eine Reform, die keine ist

Kommentar zur angekündigten Pflegereform, die am 1. Januar 2013 in Kraft tritt (Foto: Gerd Altmann/pixelio.de)

Jede Hilfe für Demenzkranke ist wichtig, also auch die von der Regierung organisierte Milliarde. Das war’s aber auch. Wer von einer Reform redet, übertreibt schon. Ein ROLLINGPLANET-Gastkommentar von Stefan Schulte (WAZ).

Jede Hilfe für Demenzkranke ist wichtig, also auch die von der Regierung organisierte Milliarde. Das war’s aber auch. Wer von einer Reform redet, übertreibt schon. Eine Reform müsste erstens auf unsere alternde Gesellschaft reagieren. Und zweitens den Menschen gerecht werden, die bereits heute Hilfe benötigen. Beides leistet die Reform nicht im Ansatz. Demenzkranke werden mit Vorsatz vernachlässigt, weil unser System ihre Krankheit verleugnet. Wer wie viel Geld erhält, richtet sich nach seinen körperlichen Gebrechen. An diesem Grundsatz ändert sich nichts. Als bräuchten altersverwirrte Menschen mit heilen Knochen weniger Hilfe. Was wir brauchen, ist ein ganz neuer Begriff davon, welche Pflege ein dementer Mensch braucht. Erst dann lässt sich sagen, was das kostet. Darüber sinniert die Politik nun seit drei Regierungen. Und wartet schon wieder die nächste Wahl ab. Und die anderen? Für Menschen, die zu Hause gepflegt werden, hat es in diesem Januar die letzte Erhöhung gegeben. Nun herrscht drei Jahre lang Stillstand. In die Heime fließt kein Cent mehr, von Schwerstfällen abgesehen. Wie sie mehr Personal einstellen und auch noch besser bezahlen sollen, wie allseits gefordert? Fragezeichen. Die Menschen in den Heimen werden so automatisch zu Sozialfällen. Zahlen dürfen unsere Pleitestädte.

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1 Kommentar

  • Röder

    Eine frage was ist dann mit den anderen Körperbehinderten ?
    Man redet hier nur von den Demenzkranken.
    Es gibt ja auch noch aneder Kranken !
    gruß Röder M.

    7. Februar 2012 at 23:20

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