Eine Venusfalle zugunsten von Menschen mit Behinderung

Erotikstar Julia Pink, eine ehemalige Erzieherin, ruft zu einer nicht ganz gewöhnlichen Spendenaktion während der Berliner Venus auf.

Julia Pink: Selfie gegen Spende für behinderte Menschen (Foto: Venus)

Julia Pink: Selfie gegen Spende für behinderte Menschen (Foto: Venus)

Julia Pink (Künstlername) arbeitete 17 Jahre als Erzieherin für eine evangelische Einrichtung der Diakonie und betreute erwachsene, behinderte Menschen. Jahrelang besuchte sie in ihrer Freizeit Swingerclubs und lebte dort ihre sexuellen Fantasien aus. 2013, im Alter von 37 Jahren, lernte sie im Sommerurlaub den Pornoproduzenten Chris Hilton kennen, und da sie schon lange der Gedanke reizte, in einem Pornofilm mitzuwirken, wurden sie sich einig. Hilton baute sie noch im gleichen Monat in eine Produktion ein.

Dass passte – was für eine Überraschung – nicht so recht in das Weltbild der evangelischen Diakonie. Als ihr Julia Pinks Nebenjob bekannt wurde, entließ sie im Mai 2014 ihre lebensfröhliche Mitarbeiterin. Diese klagte gegen diese Entlassung, die fristlose Kündigung wurde in eine fristgerechte umgewandelt. Gegen die fristgerechte Kündigung klagte Julia Pink in zweiter Instanz. Im April 2015 bestätigte das Landesarbeitsgericht in München die Kündigung und schloss gleichzeitig eine weitere Berufung aus.

Selfie gegen Spende

Fotoshooting von Julia Pink in Kroatien (Foto: Julia Pink)

Fotoshooting von Julia Pink in Kroatien (Foto: Julia Pink)

Inzwischen spielte Julia Pink in mehreren großen Produktionen von Beate Uhse und Magma Film mit und produzierte sechs eigene DVDs. Heiße Szenen sind da garantiert, aber ihre behinderten Menschen vermisst Julia Pink schon. Deshalb ruft sie nun zu einer Spendenaktion während der 19. VENUS auf.

Im vergangenen Jahr gewann sie dort einen Award als Shootingstar. Auch dieses Mal wird sie sich vom 15. bis 18. Oktober wieder auf der Berliner Erregungsmesse für Voyeure präsentieren. Und Glotzkis zu einer kleinen Bargeldspende auffordern, die dafür ein Selfie mit ihrer Traumfrau erhalten. Die Einnahmen werden, so kündigte Julia Pink, immer noch ganz christlich geblieben, individuell an bedürftige behinderte Menschen weitergegeben, „die Dinge benötigen, welche die Krankenkassen nicht zahlen, aber dringend benötigt werden.“

(RP)

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