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Elektrorollstuhl-Hockey-WM 2014: Deutschland stapelt tief, ist aber trotzdem Favorit

8 Mannschaften kämpfen um den Titel – heute wurden die Gruppen für die Weltmeisterschaft in München ausgelost.

Paralympicssiegerin Birgit Kober war Losfee (Foto: Christine Linnig)

Paralympicssiegerin Birgit Kober war Losfee (Foto: Christine Linnig)

Heute fand in den Räumlichkeiten der Münchner Stiftung Pfennigparade die offizielle Gruppenauslosung statt für die Elektrorollstuhl-Hockey-WM 2014 vom 6. bis 10. August 2014. Birgit Kober, Doppel-Paralympics-Siegerin 2012 (Speerwurf/Kugelstoßen), Doppel-Weltmeisterin 2011/2013 sowie Europameisterin 2012, fungierte dabei als Losfee. Unterstützt wurde sie von Uli Maurer, Stürmer des EHC Red Bull München.

Gruppe A

Deutschland
Italien
Finnland
Belgien

Gruppe B

Niederlande
Schweiz
Australien
Dänemark

Der amtierende Weltmeister Deutschland und der Vize-Weltmeister Niederlande waren bei der Auslosung bereits in Gruppe A bzw. B gesetzt.

Birgit Kober ist E-Hockey-Fan

Anlässlich der Gruppenauslosung ernannte Stefan Utz, Projektleiter der WM, Kober zur ersten offiziellen Sportbotschafterin der Weltmeisterschaft: „Wir freuen uns außerordentlich, dass Birgit Kober uns dabei unterstützt, die Menschen auf unseren Sport und die WM aufmerksam zu machen.“

Die Behindertensportlerin des Jahres 2012 ist dem Elektrorollstuhl-Hockey seit Jahren verbunden (siehe auch ROLLINGPLANET-Interview: Was bleibt vom Paralympics-Ruhm?).

„Ich habe diese Sportart über einen Bekannten kennengelernt und fand sie von Anfang an sehr spannend“, so Kober heute bei der Pressekonferenz in München. „Und nachdem ich sogar eine Zeit lang mit den Munich Animals trainieren durfte, weiß ich, wie anspruchsvoll E-Hockey ist: Man muss gleichzeitig fahren, dabei sehr geschickt taktieren und den Ball schlagen – das ist immens schwierig. Deshalb haben die Spieler meinen größten Respekt und ich hoffe, dass möglichst viele Menschen zur WM kommen und sich selbst ein Bild von diesem echt starken Sport machen.“

Titelverteidiger will nicht Favorit sein

Nach der heutigen Pressekonferenz gab es ein Demospiel, bei dem Medienvertreter ohne Behinderung E-Hockey erfahren konnten. Links (mit Mütze): Roland Utz (Foto: Christine Linnig)

Nach der heutigen Pressekonferenz gab es ein Demospiel, bei dem Medienvertreter ohne Behinderung E-Hockey erfahren konnten. Links (mit Mütze): Roland Utz (Foto: Christine Linnig)

Julian Wendel, Teammanager der deutschen Nationalmannschaft und wie Stefan Utz amtierender Weltmeister, zum Ergebnis der Gruppenauslosung und zu den Chancen für Deutschland: „Das deutsche Nationalteam hatte in den letzten Jahren einen gewaltigen personellen Umbruch zu bewältigen und zählt sich deshalb selbst nicht zum Favoritenkreis der WM. Der Bundestrainer sieht das Erreichen des Halbfinales als Ziel, die Teilnahme am Finale als großen Wunsch. Allerdings stehen wir angesichts der körperlich und taktisch sehr starken Gegner in der Gruppe A vor einer echten Herausforderung.“

Eigens aus den Niederlanden angereist waren Niels ten Hagen und Anja Wouters vom IWAS Committee Electric Wheelchair Hockey (ICEWH), die die Gruppenauslosung überwachten. Das ICEWH ist als Teil der International Wheelchair & Amputee Sports Federation (IWAS) auf internationaler Ebene für den E-Hockey-Sport zuständig.

„Die Weltmeisterschaft in München wird der zehnjährigen Geschichte internationaler Turniere des ICEWH ein neues Kapitel hinzufügen und dem paralympischen Traum ein großes Stück näher bringen“, so Niels ten Hagen, Assistent der technischen Delegation des ICEWH.

Olympia-Eissportstadion ist Austragungsort

Stattfinden wird die WM im August im extra mit einem Spezialboden versehenen Olympia-Eissportstadion in München, der Heimat des Eishockeyclubs Red Bull München. Der EHC Red Bull München hat sich freundlicherweise bereit erklärt, die Video- und Lichttechnik im Stadion kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Ermöglicht wird das sportliche Großereignis vor allem durch die großzügige Unterstützung der Sponsoren, allen voran der Daimler AG als Presenting Partner sowie der Stiftung Pfennigparade München. Der Dank der Veranstalter gilt ebenfalls den institutionellen Partnern: der Landeshauptstadt München sowie dem Bundesministerium des Inneren.

(PM)

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2 Kommentare

  • E-Hockey-Weltmeisterschaft 2014 in Deutschland

    Herzlichen Dank für die gute Werbung und für den Bericht an Frau Linnig! Die WM in München wird sicherlich ein großartiges Event!

    17. April 2014 at 17:13
  • Roland Utz

    Schöner Bericht, informativ und sportlich geschrieben. Danke, dass sie dazu beitragen die WM in die weite Welt zu tragen.

    17. April 2014 at 18:18

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