""

Elke-Bartz-Preis 2013 für Dinah Radtke

Die langjährige Vize-Vorsitzende des Weltverbandes von Menschen mit Behinderung wirkte an der UN-Behindertenrechtskonvention mit.

Dinah Radtke (Foto: Brigitte Faber/ForseA)

Dinah Radtke (Foto: Brigitte Faber/ForseA)

Dinah Radtke ist Ehrungen gewohnt: Für ihr Engagement für Menschen mit Behinderung wurde sie bereits zwei Mal mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet: am Bande im Jahr 2000, das Bundesverdienstkreuz erster Klasse folgte 2009. Nun erhält die 66-Jährige den vom Bundesverband ForseA (Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen e.V.) verliehenen Elke-Bartz-Preis 2013.

Die staatlich anerkannte Übersetzerin für Englisch und Französisch, die ein Übersetzungsbüro in Erlangen betreibt, war 1990 Mitbegründerin der bundesweiten Dachorganisation Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben e.V. (ISL). Im Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Erlangen ist sie heute noch an leitender Stelle aktiv.

Mitautorin von Artikel 6 – Frauen mit Behinderung

Seit 1993 ist Radtke, die mit einer spinalen Muskelatrophie lebt, Mitglied im Weltrat des Disabled Peoples‘ International (DPI), dem Weltverband von Menschen mit Behinderungen, und dort zuständig für Europa. Von 2004 bis 2007 war sie stellvertretende DPI-Vorsitzende. In dieser Position wirkte sie an der Entstehung der Behindertenrechtkonvention mit, ihr oblag die Verantwortung für den Artikel 6 – Frauen mit Behinderung.

„Dinah Radtke macht stets deutlich, dass die Behindertenrechtskonvention kein Spezialrecht ist. Diese darf an keiner Stelle die allgemeinen Menschenrechte überragen“, heißt es in der Laudatio. „Dennoch ist Deutschland heute noch in der fatalen Situation, dass Menschen ohne Behinderung erklären, dass die Konvention weitestgehend umgesetzt sei, Menschen mit Behinderung dagegen vom Gegenteil überzeugt sind. Da Letztere aus eigener Erfahrung urteilen, kann man getrost davon ausgehen, dass sie nach wie vor unter den wissenden Augen der Regierungen diskriminiert werden.“

„Fehlinterpretationen den Boden entzogen“

Weiter heißt es in der Begründung: „Aus diesem Grund ist es für uns so wichtig, dass es Menschen wie Dinah gibt, die authentisch wiedergeben können, was mit der Konvention erreicht werden soll. Damit wird Fehlinterpretationen durch die Regierenden nach und nach der Boden entzogen.“

Die Übergabe des Preises erfolgt am 9. Oktober 2013 im Rahmen einer Feierstunde im Berliner Kleisthaus, dem Dienstsitz des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Der Preis ist benannt nach der ForseA-Gründerin, die vor fünf Jahren starb.

(RP/PM)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN