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Eltern sollten jetzt Polio-Impfstatus ihrer Kinder überprüfen

Hier erfolgt die erste Grundimmunisierung gegen Polio-Viren (Foto: dpa)

Hier erfolgt die erste Grundimmunisierung gegen Polio-Viren (Foto: dpa)

Eltern sollten jetzt anhand des Impfbuchs kontrollieren, ob ihr Nachwuchs ausreichend vor Poliomyelitis geschützt ist. Ist das nicht der Fall, rät die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin, die fehlenden Impfungen gegen die als Kinderlähmung bekannte Krankheit umgehend nachzuholen.

Für einen umfassenden Schutz sind fünf Impfungen im Säuglings- und Jugendalter nötig. Erwachsene sollten die Immunisierung auffrischen lassen, wenn sie mit dem Virus in Kontakt kommen könnten, etwa bei Reisen in Regionen mit Poliofällen.

So funktioniert die Polio-Impfung

Schon die ganz Kleinen bekommen eine Grundimmunisierung gegen Polio-Viren, die Erreger der Kinderlähmung. Sie erfolgt in drei oder vier Teilimpfungen zwischen dem 2. und 14. Lebensmonat. Die Auffrischung ist zwischen 9 und 17 Jahren vorgesehen. Ärzte spritzen das Mittel meist als Kombinationsimpfung.
Wurde die Grundimmunisierung im Erwachsenenalter durchgeführt, so sollte eine Auffrischimpfung nach 10 Jahren erfolgen. Bei gegebener Indikation (z.B. bei Reisen in Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko oder berufliche Tätigkeiten mit erhöhtem Infektionsrisiko) ist eine weitere Auffrischimpfung notwendig, wenn die letzte Auffrischimpfung vor über 10 Jahren verabreicht wurde.
Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst die Durchimpfungsraten bei Untersuchungen von Kindern zum Schulstart. So waren 2009 etwa 95 Prozent vor Polio geschützt. Diese Rate muss laut RKI beibehalten werden, um Erkrankungen durch eingeschleppte Viren zu verhindern.

Kinderlähmung kann wieder auftreten

Hintergrund der Stiko-Empfehlung ist der Ausbruch der Viruskrankheit in Syrien. Dort wurden im Oktober 2013 erstmals nach 1999 wieder Poliofälle registriert. Flüchtlinge aus dem Land könnten die Viren nach Deutschland mitbringen, warnt das RKI.

Das scheint bislang zwar noch nicht geschehen zu sein. Und falls das passiert, rechnet das RKI nicht damit, dass sich die Krankheit stark verbreitet. Aber dennoch sind nicht geimpfte Menschen gefährdet, zu erkranken. In Deutschland sind etwa 95 Prozent der Erstklässler immunisiert. Syrien zeigt dem RKI zufolge, dass Polio auch dort wieder auftreten kann, wo die Krankheit bereits als ausgerottet galt, wenn die Impfquoten sinken.

(RP/dpa/tmn)

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