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EM: Rollstuhlbasketballerinnen rollen ungeschlagen ins Halbfinale

Deutsche Damen sichern sich mit 61:55-Erfolg über Titelfavorit Niederlande Gruppensieg.

Der Star des deutschen Teams: Kapitänin Mareike Miller beim Wurf. (Foto: Tanja Feddersen)

Der Star des deutschen Teams: Kapitänin Mareike Miller beim Wurf. (Foto: Tanja Feddersen)

Am letzten Tag der Gruppenphase ist den deutschen Damen die Sensation geglückt. Mit einem engagierten und souveränen Auftritt holte sich die Mannschaft nach einem wahren Krimi den verdienten 61:55 (12:12/27:25/41:41)-Erfolg über den Titelfavoriten aus den Niederlanden und beschließt die Vorrunde ungeschlagen auf Platz 1. Einen Sahnetag erwischte dabei Kapitänin Mareike Miller, die sich mit unglaublichen 42 Punkten und einer Trefferquote von 72 Prozent zum inoffiziellen MVP des Spiels mauserte.

Ab der ersten Minute der Partie an hatten die deutschen Damen gegen eine aggressive Ganzfeldpresse der Holländerinnen anzukämpfen, gegen die Martin Ottos Schützlinge aber gut zu arbeiten wussten. Durch eine selbst gut stehende Verteidigung kaufte man den offensiv starken Oranje in der Anfangsphase den Schneid ab. Lediglich in der Offensive wussten die ING DiBa-Korbjägerinnen ihren Chancen noch nicht optimal zu nutzen, und so geriet man über das 4:8 (Min. 7) ein wenig ins Hintertreffen. Doch die Antworte folgte prompt, und mit dem 8:8 (Min. 8) holte man sich den verdienten Ausgleich zurück. Mit einem engagierten ersten Viertel gegen die favorisierten Niederlande belohnten sich Miller & Co. mit dem 12:12 nach zehn Minuten.

„Niederlande weiterhin klarer Titelfavorit“

Im zweiten Viertel sollte es zunächst ein wenig dauern, bis der offensive Motor in Person von Mareike Miller warm wurde, doch nach einem Fünf-Punkte-Rückstand (12:17, Min. 13) kämpfte sich Deutschland durch einen schönen Lauf über das 16:17 (Min. 14) wieder heran und hatte nun sogar das Zepter in der Hand. Mit dem 19:17 (Min 15) holte man sich die Führung zurück und ging beim Stand von 27:25 mit einem guten Gefühl und einer knappen Führung in die Halbzeitpause.

Auch im dritten Viertel trotzen die deutschen Damen den starken Holländerinnen und kämpften sich erneut nach einem Vier-Punkte-Rückstand (37:37, Min. 27) mit sehenswerten Aktionen zurück zum Ausgleich. Beim Stand von 41:41 mit Beginn der letzten zehn Minuten entwickelte sich ein wahrer Schlusskrimi, in dem das Team Germany die Regie übernahm und sich über das 46:41 (Min. 31) zunächst ein wenig Luft verschaffte. Ein letztes Aufbäumen der Oranje mit dem 50:50 (Min. 35) ließ die lautstarke Fangemeinde nochmals den Atem anhalten. Doch mit einem 11:5-Schlusslauf hatten die deutschen Damen die passende Antwort parat und sichern sich mit einer erneut starken Teamleistung nicht nur den 61:55-Erfolg, sondern auch den Gruppensieg der Vorrunde.

„Respekt vor dieser Teamleistung meiner Mannschaft. Sie haben sich sehr gut an den Matchplan gehalten“, lobte Martin Otto nach der Schlusssirene. „Das ist ein echter Überraschungs-Erfolg. Trotzdem sind die Niederlande für mich weiterhin klarer Titelfavorit. Wir hatten Glück, dass die großen 4,5-Punkte- Spielerinnen sehr früh hoch Foul belastet waren. Jetzt gilt es, die Mannschaft wieder auf den Boden zu bekommen. Das Halbfinalspiel gegen Frankreich wird sehr gefährlich, denn die können uns genauso schlagen. Das wird die große Kunst und schwere Aufgabe sein, die Mannschaft auf dieses Spiel vorzubereiten.“

Im Halbfinale treffen die deutschen Damen am Mittwoch auf Frankreich.

Deutschland: Mareike Miller (42), Laura Fürst (6), Katharina Lang (4), Maya Lindholm (4), Annabel Breuer (3), Annegrit Brießmann (2), Barbara Groß, Anne Patzwald, Johanna Welin, Andrea Seyrl, Catharina Weiß, Linda Dahle

Niederlande: Ilse Arts (2), Lindsay Frelink, Jitske Visser (10), Sanne Timmerman (10), Bo Kramer (12), Xena Wimmenhoeve, Cher Korver (2), Saskia Pronk, Carina De Rooij (1), Mariska Beijer (18), Fleur Pieterse, Amy Kaijen

(PM/tf)

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