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Embyro-Klon: USA-Forscher präsentieren Meilenstein bei Stammzellenforschung

Wissenschaftler glauben an Durchbruch bei der Heilung von Multipler Sklerose, Parkinson und Verletzungen des Rückenmarks.

Ein Schritt im Klon-Prozess: Erbgut wird in entkernte Eizelle gespritzt (Foto: Cell/ Tachibana et al)

Ein Schritt im Klon-Prozess: Erbgut wird in entkernte Eizelle gespritzt (Foto: Cell/ Tachibana et al)

US-amerikanische Biochemiker der Health & Science University im Bundesstaat Oregon haben erstmals aus einem eigens hierfür geklonten Embryo menschliche Stammzellen gewonnen. Diese könnten in jede beliebige Art von Körperzellen transformiert werden, heißt es.

Ausgangspunkt der Versuche waren normale Hautzellen von Erwachsenen, deren Zellkerne in weibliche Eizellen verpflanzt wurden. Diese Methode, so hoffen die Wissenschaftler, könnte in Zukunft frisches Körpergewebe liefern, mit dem sich Krankheiten wie Parkinson, Multiple Sklerose sowie Verletzungen des Rückenmarks heilen lassen.

Albtraum oder revolutionäre Medizin?

Die Forschergruppe unter der Leitung von Shoukhrat Mitalipov hatte zuvor jahrelang mit Affen experimentiert, bis sich ihre Erkenntnisse auf menschliche Zellen übertragen ließen.

Die Wissenschaftler wollen und können aber keine Designer-Babys herstellen, wie sie betonen. Die Stammzellenforscher widersprechen Befürchtungen, wonach nun Klon-Menschen gezüchtet werden könnten. Auch legen sie Wert auf die Feststellung, dass bei ihrer Forschung keine auf natürlichem Weg befruchteten menschlichen Embryonen verwendet werden.

Erstmals beim Menschen möglich

Der Weg über einen geklonten Embryo gleicht Experimenten, mit denen 2004 der südkoreanische Stammzellenforscher Woo-Suk Hwang Aufsehen erregte. Später stellte sich heraus, dass Hwang seine vermeintlich gelungenen Klon-Versuche frei erfunden und entsprechende Veröffentlichungen gefälscht hatte.

Die nun in der Fachzeitschrift „Cell“ vorgestellten Ergebnisse beruhen auf den Arbeiten des britischen Forschers John Gurdon, der bereits 1962 die grundlegende Technik für das Klonen vorstellte. So gelang auch 1997 das Klonschaf Dolly.

„Man weiß, dass die Methode bei vielen Tieren funktioniert. Dass man sie nun auch bei Menschen demonstrieren konnte, hat mich ehrlich gesagt nicht überrascht“, sagt Jürgen Hescheler, der das Institut für Neurophysiologie am Universitätsklinikum Köln leitet.

(RP/dpa)

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