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Empörung über Präimplantationsdiagnostik-Tourismus

Reisebüro wirbt für künstliche Befruchtung mit Geschlecht auf Wunsch.

Sonnenuntergang in Zypern, wo eine Auswahl des Fötus  zulässig ist (Foto: Johann Ratzenböck_pixelio.de)

Sonnenuntergang in Zypern, wo eine Auswahl des Fötus zulässig ist (Foto: Johann Ratzenböck_pixelio.de)

Mit einer Anzeigenkampagne in dänischen Zeitungen wirbt eine Firma für künstliche Befruchtungen, bei der die Eltern das Geschlecht ihres Kindes selbst bestimmen können. Die Werbung hat am Donnerstag in Dänemark, wo solch eine Selektion ungesetzlich ist, eine Ethik-Diskussion ausgelöst.

Das Unternehmen, das hinter der Kampagne steckt, organisiert Reisen zu Krankenhäusern im Ausland, wo neben Fruchtbarkeitsbehandlungen auch Fettoperationen, Augenkorrekturen oder Stammzellenbehandlungen angeboten werden.

Keine Beschränkung in Zypern

In Dänemark ist die Präimplantatsdiagnostik erlaubt, aber nur um erblich bedingte Erkrankungen eines Kindes auszuschließen. Eine Auswahl des Fötus aufgrund des Geschlechts ist nicht zulässig. Deshalb arbeitet das Reisebüro mit einer Klinik in Zypern zusammen, wo es diese Beschränkung nicht gibt.

Die Kosten für solch eine Behandlung sollen zwischen 10.500 und 45.000 dänischen Kronen (1400 bis 6000 Euro) liegen, schreibt die Zeitung „Jyllands Posten“.

Jakob Birkler vom Ethikrat warnte im Dänischen Rundfunk: „Das ist eine Verrohung der menschlichen Natur, wenn Leute anfangen, die Geschlechter wegen ihrer Eigenschaften und nicht wegen ihrer Krankheiten auszusortieren.“ Der Direktor des Reisebüros entgegnete, er habe keine Meinung dazu, ob es ethisch oder unethisch sei. „Das Ethische ist individuell und variiert von Patient zu Patient.“

(dpa)

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2 Kommentare

  • dasuxullebt

    Ich wusste garnicht, dass so etwas schon geht. Aber wenn es geht, wird man es nicht aufhalten können. Die Frage ist, ob man es dann nicht lieber für alle erlaubt, statt es effektiv nur denen zu verbieten, die nicht reich genug sind.

    16. Mai 2014 at 19:14
  • Onkel Emma

    @Vorposert, Geschlechterselektion wird wohl kaum von der KK übernommen. Finde ich aber auch völlig in Ordnung so. IMO müssen die Leute selbst entscheiden können, welche Kinder sie bekommen und ob sie eine Behinderung bekommen oder nicht.

    17. Mai 2014 at 18:10

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