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Endlich: Behinderte sollen leichter mit Bahn reisen können

EU-Kommission beschließt neue Vorschriften ab 1. Januar.

Bald hoffentlich näher als der Horizont: Erleichterungen für Menschen mit Behinderung, die mit dem Zug reisen (Foto: Petra Dirscherl/pixelio.de)

Bald hoffentlich näher als der Horizont: Erleichterungen für Menschen mit Behinderung, die mit dem Zug reisen (Foto: Petra Dirscherl/pixelio.de)

Menschen mit Behinderung sollen leichter mit dem Zug reisen können. Dazu sollen ab dem 1. Januar neue Vorschriften für den gesamten europäischen Bahnverkehr gelten, wie die Brüsseler EU-Kommission am Dienstag beschloss.

Zugtüren müssen zum Beispiel künftig eine Mindestbreite erfüllen. Die Regeln mit dem Titel „Technical Specifications for Interoperability-TSI“ sehen auch flachere Rampen für Rollstühle und ertastbare Markierungen für Sehbehinderte auf Bahnsteigen vor. Außerdem müssen alle Bereiche im Zug beleuchtet sein.

ROLLINGPLANET merkt an: Die unsinnige 48-Stunden-vorher-Anmeldungspflicht für Menschen mit Behinderung, die mit der Deutschen Bahn (DB) reisen wollen, hat die EU-Kommission allerdings leider nicht verboten.

(RP/dpa)

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15 Kommentare

  • Man N. Fred

    Freude über die Verbesserung, und auch Fremdscham für die DB. Das mit den Extraanmeldungen ist wirklich ein Unding gegenüber den Fahrgästen.

    18. November 2014 at 16:15
  • Sönke Franz

    die 48 Stunden bei DB Bahn ist echt blödsinn. Wenn dann sollte die für alle gelten. Ähnlich wie bei Hochgeschwindigkeitszügen in Dänemark oder Frankreich wird man in einen Zug eingecheckt wie in ein Flugzeug. Sprüche wie „Wir sind 120 % ausgelastet stehen sie oder setzen sie sich in die Tür“ gibt es da nicht. So könnten auch Rollstuhlfahrer eingecheckt werden und keiner hätte Probleme. Bei metronom Eisenbahngesellschaft einer Privatbahn in Niedersachsen, Hamburg und Bremen kann man sich als Rollsuhlfahrer mal anmelden muss es aber nicht. Aussteigen funktioniert über einen Knopf ähnlich um Bus. Einsteigen in dem der Lokführer sagt „Am Bahnsteig steht ein Rollstuhlfahrer. Fahrgastbetreuer bitte einmal zur Rampe.“ Es geht alles wenn man es will.“

    18. November 2014 at 16:17
  • Markus Balkenhol

    In vielen Bahnhöfen kommt man als Rollifahrer doch noch nicht mal bis zum Bahnsteig (oder nur auf Gleis 1)! Immense Umwege müssen in Kauf genommen werden.

    18. November 2014 at 19:01
  • Lachgas

    Die 48h Stunden vorher anmelden Pflicht gibt und gab es eh nie.
    Vorher waren es 3 Tage vorher und jetzt sind es 24h vorher (immer noch lästig allerdings)
    Bahnhp: “ füllen Sie bitte das Anmeldeformular aus und schicken dieses bis spätestens einen Tag vor Ihrer Abreise bis 20 Uhr an die Mobilitätsservice-Zentrale“

    18. November 2014 at 19:29
  • Mrhansa CG

    ich konnte mich auch später anmelden. Selbst wenn? So what. Nur es kam öfter vor, dass die trotz Ameldung kein Plan hatten . Hab desshalb auch schon mal ( selten ) behauptet ich hätte mich angemeldet , hab ich aber nicht 😉 Wenn man weiß wo man stehen muss. Dass einzige was ich bemängeln muss sind die breite der IC Züge und größtenteils Zug „Rollsuhl“ WC´s , aber ich glaube kaum , dass die DB Züge, die teilweise zu DDR bzw älteren BRD Zeiten gebaut wurden, so schnell ausgetauscht bzw ordentlich Umgebaut werden. Find es auch bemerkenswert, dass in einigen Regionen und Hautstrecken, die lezten “ Gettozüge“ eingesetzt. Wären die den wenigstens schön besprait…., aber das trifft ja leider nicht den Maßengeschmack.

    18. November 2014 at 19:38
  • Pia

    Hallo,

    Ich habe mal bei der Bahn angefragt, ob wir mit unserem Behinderungsspezifischen Fahrrad Bahn fahren dürfen (in dem RE passt es ;)) daraufhin bekam ich die Antwort:

    ein GOCab sei laut Hersteller ein Fahrradtaxi und damit könne ich selbstverständlich nicht Zug fahren.

    Jo, danke fürs Korinten kacken 😉

    19. November 2014 at 09:05
  • Astrid Klinkmüller

    Schade, dass die Mobilitätszentrale nicht eingestampft wurde. Die ist so überflüssig wie ein Kropf. Vor allem klappt es nicht, wenn ich mich bei denen anmelde. Will ich aber mit dem ICE fahren, muss ich ja irgendwie in den Zug. Metronom und überhaupt alle von der Connex-Gruppe sind da ganz unkompliziert.

    20. November 2014 at 21:32
  • Rüdiger Bollig

    Das ich nicht lache! Ich wohne in Bayern seit 2012 und muss ab und zu noch mal in meine alte Heimat,das ist Schleswig Holstein in den letzten drei Jahren bin ich 20 mal mit der Bahn rauf und wieder runter gefahren.Was ich mir da alles anhören müsste und wie man mit mir umgegangen ist,ist nicht nur unter der Gürtellinie gewesen sonder dermaßen Beleidigend beschimpfend so manches mal fehlte nur noch die Peitsche ohne jetzt zu übertreiben.Trotz Anmeldung und zwar rechtzeitig 1-2wochen vorher bin ich von den 20 Fahrten 5 mal wieder zurück nach Hause geschickt worden und in was für einem Tön ,und jeder zweite hat mir schon an den Kopf geknallt ich könne ja froh sein das ich kostenlos fahren darf. Das schlimmste was ich und eine ältere Dame erlebt haben war am Münchner Hauptbahnhof dort funktionierten wieder keine Aufzüge ich kam Abends um 22:45 dort an wollte nur noch runter zur S Bahn und weiter nach Hause fahren da stand dort schon die ältere Dame mit ihrer Bekannten die auch im Rollstuhl saß Die Dame hatte da schon Stress mit den Leuten der Mobilitätshilfe die dort in ihrem Häuschen zu 6 saßen und die Frau anpöbelten und zu ihr sagten sie solle doch gefälligst selbst sehen wie sie da runter kommt,ich dachte ich höre nicht recht also mischte ich mich ein und sagte so und nun haben sie ein Problem denn ich will und muss jetzt auch runter zur S Bahn da schrie mich der eine an von den Leuten ich solle mich da raushalten und ich sei ja noch nicht drann einige Minuten ging das so hin und her jeder schrie nur noch rum dann kamen zwei von der D B Sicherheit ein kleinerer und ein großer schlanker der kleine ging sofort zum Schalter der große blieb bei mir stehen und der Bekannten und sagte dann zu mir Wort wörtlich Ihr scheiß Behinderten meint auch ihr schnippt mit den Fingern und alles springt oder wie.Das war noch nicht alles aber gut nur schieße ich habe mich dann mal Beschwert mit 5 Dina 4 Seiten was bekam ich zur Antwort Wieder ich Zitiere Es sei ja nicht gedacht dafür das ein Schwerbehinderter Mensch wie ich es bin mehrmals im Jähr von Nord nach Süd und zurück Reist. Das heißt mit anderen Worten der Grund warum ich so oft fahren müsste war das Gericht wegen meiner Scheidung und der Hausrats Und Unterhalts Geschichte mit der Ex also sollte ich noch einmal oder mehrmals hoch fahren müssen dann muss ich leider dem Amtsgericht mitteilen das ich nicht zum Termin erscheinen kann weil die Deutsche Bahn der Meinung ist ich müsse mit meinem Arsch zu Hause bleiben gell lach ich könnte noch so viel mehr aufzählen aber eines weiß ich Besser und schneller wird’s nicht mehr im Gegenteil ich bin vor drei Jahren mal mit 12 Stunden Fahrzeit eine Fahrt angefangen doch mittlerweile liegt mein Reckord bei 25 Stunden traurig genug wie man mit uns umgeht aber uns dann noch so etwas zu zu muten eine Bodenlose Freschheit wer das bestimmt hat das Behinderte Menschen nur mit der Regionalbahn kostenlos Reisen dürfen und nicht mit dem ICE der sollte mich das nächstemal mit versteckter Kamera begleiten und sich selbst ebenfalls in einen Naja das von mir ich sehe auf jedenfalls Rot und mach garnicht mehr mit den Sklaventreibern mitfahren ganz zu schweigen davon wie die Touilleten ein Schweinestall ist da sauberer als die Toilleten in der Regionalbahn ich habe Beweisfotos gemacht damit mir niemand unterstellt ich würde hier nur lügen verbreiten

    22. November 2014 at 11:45
  • Dani

    Naja, dass Schwerbehinderte nur mit bestimmten Verbindungen kostenlos reisen können, finde ich alles andere als eine Frechheit. Immerhin kannst du kostenlos fahren, das ist längst nicht in allen Ländern so…

    Dass bei manchen Bahnmitarbeitern und sonstigen auf dem Bahnhöfen beschäftigten Mitarbeitern noch eine Menge Verbesserungspotential vorhanden ist, ist auch unstrittig. Man sollte dann aber auch mal die sehr vielen sehr freundlichen Mitarbeiter erwähnen.

    Bei dem Zustand der Toiletten gebe ich dir recht, das gilt auch für manche ICEs. Dafür kann aber die Bahn nicht viel, sondern eher die Kunden, die lieber das Rolliklo benutzen, weil es ja so schön gross ist und es dann entsprechend eklig hinterlassen…

    22. November 2014 at 22:40
  • Karin

    Ich habe kein Auto und bin deshalb ziemlich oft mit dem Zug unterwegs. Seit etwa 2,5 Jahren habe ich kaum noch Probleme einen geeigneten Einstiegs- oder Umstietgsbahnhof zu finden. Die Zahl der modernisierten Bahnhöfe nimmt stetig zu. Anmelden muß ich meine Fahrt nur noch, wenn ich die Hilfe des Bahnhofpersonals benötige, weil der Zug, z.B. ein ICE, keine eigene Rampe hat oder mir beim Tragen meines Gepäcks geholfen werden muß. Spontan pendeln ohne mich an zu melden ist überhaupt kein Problem mehr, wenn der Bahnhof barrierefrei ist und ich Züge benutzte, die eine eigene Rampe haben.

    Mit dem Rolli auf Schienen Reisen!

    http://www.rp-online.de/deutschebahn/mit-dem-rolli-auf-der-schiene-reisen-aid-1.4581168

    30. November 2014 at 05:40
  • Thomas

    Zitat: „Spontan pendeln ohne mich an zu melden ist überhaupt kein Problem mehr, wenn der Bahnhof barrierefrei ist und ich Züge benutzte, die eine eigene Rampe haben.“

    Hallo Karin, bemerken Sie selbst diese deutlichen Einschränkungen, die Sie aufführen?

    Andererseits könnte ich auch schreiben: Spontan die DB zu nutzen wäre überhaupt kein Problem mehr, wenn ich Beine und beide Arme hätte.
    Naja, war nicht böse gemeint! 😉

    30. November 2014 at 20:12
  • Dani

    “Spontan pendeln ohne mich an zu melden ist überhaupt kein Problem mehr, wenn der Bahnhof barrierefrei ist und ich Züge benutzte, die eine eigene Rampe haben.”

    Das ist echt süss, ja… Wenn wenn wenn…

    Mir ist klar, dass nicht von heute auf morgen jeder Bahnhof und jeder Zug barrierefrei für alle nutzbar sein kann, aber die lange Voranmeldezeit ist wirklich nicht mehr zeitgemäss. Andere Länder sind da wesentlich weiter und man ist ungleich flexibler.

    30. November 2014 at 21:10
  • Karin

    Lieber Thomas,

    die Welt in der wir leben wurde für Fußgänger gemacht. Das betrifft auch Deutschlands Bahnhöfe. Die DB ist ständig dran Bahnhöfe zu modernisieren. Für mich ein Grund positiv zu denken. Deshalb werde ich auch morgen wieder ganz ohne Voranmeldung zum Bahnhof fahren um eine neue Freundin besuchen, die eine Zugstunde entfernt auf dem Land wohnt. Ich weiß aus Erfahrung, Hilfe vom Zuglersonal bekomme ich auch ohne die Mobilitätszentrale.

    30. November 2014 at 21:33
  • Scharik

    Liebe Karin,

    meine WG-Kumpel Thomas ist heute nicht so gut drau und er bittet mich, zu antworten, bzw. seine Meinung weiter zu geben:

    Sicher ist es gut positiv zu denken und die Bemühungen der DB zu bemerken – das sieht er auch so.
    Aaaber – sein Unmut richtet sich auch und vor allem gegen das teilweise unverschämte und ignorante Verhalten der DB-Mitarbeiter. Seiner Meinung nach sind es diese und ihr teilweise freches Verhalten gegenüber Leuten, die „Sonderwünsche“ haben!
    Ich selbst, kann mich seiner Meinung anschließen, da ich auch solche Erfahrungen gemacht habe, aber im Gegensatz zu ihm kann ich mir z.B. ein Taxi oder einen Fahrdienst leisten und ich kann ausweichen, wenn mir pampig begegnet wird. Aber „er“, oder die vielen, vielen anderen?
    Da nützt auch kein positives Denken.

    Es ist eben wie so oft im Leben: Wir Menschen selbst verbessern oder verschlechtern unser soziales Zusammenleben. Wir Menschen selbst entscheiden über unser Tun oder unser Unterlassen.

    1. Dezember 2014 at 08:23
  • Karin

    Lieber Thomas und Scharik,

    Unfreundlichkeiten aufgrund von gerechtfertigten Sonderwünschen kenne auch ich. Sie haben meistens mit mangelndem Einfühlungsvermögen aus Unwissenheit über die verschiedenen Bedürfnisse der einzelnen Behinderungen zu tun. Doch wenn man sein negatives Erlebnis der Mobilitätszentrale mitteilt, wird diese ihr Personal neu schulen. Die positiven Veränderungen merkt man vielleicht nicht sofort, aber je öfter wir Rollifahrer mit der Mobilitätszentrale reden oder ihr schreiben, desto deutlicher werden die positiven Veränderungen. So war das jedenfalls bei mir.

    1. Dezember 2014 at 14:09

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