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Entscheidet Grippe die Deutsche Meisterschaft?

Szene aus dem Hinspiel zwischen RSV Lahn-Dill und USC München: Michael Paye (weißes Trikot, #5, RSV Lahn-Dill) im Duell mit Johanna Welin (#9, USC München) und Benjamin Ryklin (#7). (Foto: Armin Diekmann)

Vorschau auf den 16. Spieltag der Rollstuhlbasketball-Bundesliga am Wochenende: Die Spitzenbegegnung findet in München statt, wo der Tabellendritte den Deutschen Meister RSV Lahn-Dill erwartet. Die Mannschaften aus Trier und Frankfurt kämpfen um die Playoff-Tickets.

RSV Lahn-Dill brennt auf Revanche

(aj/us) Wenn am Samstag der deutsche Rekordmeister USC München auf den Tabellenführer RSV Lahn-Dill trifft, dürften die Wetzlarer Rollis noch genügend Wut im Bauch über die eigene Heimniederlage gegen die Bayern haben, die am 20. November des vergangenen Jahres den über eineinhalb Jahre während Heimnimbus der Mittelhessen jäh beendete. Damals gewann der USC mit 67:57 in Wetzlar – die bisher einzige Saisonniederlage des RSV Lahn-Dill.

Nun möchten Joey Johnson & Co. in München Revanche nehmen. „Der 13-malige Meister von der Isar ist jedoch alles andere als eine leichte Hürde“, zeigt sich der Gast im Vorfeld vorsichtig. Gegen kein anderes Team hat der RSV Lahn-Dill in 20 Bundesligaspielzeiten häufiger verloren als gegen den USC München. In bisher 50 Partien verließen die Wetzlarer Rollis 16-mal das Parkett als Verlierer und kassierten dabei so bittere Niederlagen wie am 19. Januar 2003, als das 71:73 in München das Ende aller Meisterschaftsträume bedeutete. Auch eine über dreijährige Siegesserie endete im Februar 2006 mit einer 61:66-Niederlage nirgendwo anders als in München.

Am Samstag um 17 Uhr in der Sporthalle an der Säbener Straße will die Mannschaft von Trainer Nicolai Zeltinger nun zumindest für die Heimpleite im November Revanche nehmen. Ob der 40-Jährige, wegen einer Grippe derzeit im Bett, in München auf der Bank sitzen kann, ist noch offen.

Ansonsten kann die RSV-Delegation jedoch vollzählig und in bester Verfassung die Reise gen Süden antreten, um im Gegensatz zum November dem USC in Bestbesetzung gegenüber treten zu können. Damals musste Zeltinger auf Kapitän Johnson und Steve Serio verzichten, die mit den Nationalmannschaften Kanadas und der USA im Einsatz bei den Parapanamerican Games in Mexiko waren.

Während der RSV in der bayrischen Landeshauptstadt ganz auf sein Kollektiv setzt, das zuletzt und durch die Bank auf sehr hohem Niveau agierte, lebt der gastgebender Rekordmeister von seinem Trio Benjamin Ryklin, Sebastian Magenheim und Ben Döring. Die drei USC-Akteure zeichnen aktuell pro Partie für 55,4 Punkte verantwortlich und tragen damit einen Großteil am bisher guten Saisonverlauf des Tabellendritten der Rollstuhlbasketball-Bundesliga.

Komplettiert wird die Münchner Mannschaft durch die ehemaligen Nationalspieler Florian Fischer, Markus Haberkorn und Ulrich Schmölz sowie Europameisterin Johanna Welin. Erst kurz vor Ende der Wechselfrist Ende Dezember verstärkte sich der USC noch einmal und holte die ehemalige deutsche Nationalspielerin Nu Nguyen Thi an die Isar.

In Sachen Routine und Erfahrung stehen die Münchner dem RSV Lahn-Dill daher in keinster Weise nach. Dennoch sieht sich der USC München in der Außenseiter-Rolle: „Eine Wiederholung unseres Sensationserfolges gegen das Team um die beiden US-Boys Michael Paye und Steven Serio, den Kanadier Joey Johnson und zahlreiche deutsche Auswahlspieler wird zwar unglaublich schwer, aber der USC wird bis zum Umfallen kämpfen!“

Kampf um die Playoff-Tickets

(TS/RP) – Die Immovesta Dolphins Trier empfangen am kommenden Samstag (Wolfsberghalle, 18:30 Uhr) die Mainhatten Skywheelers aus Frankfurt. Obwohl beide Teams nur ein Tabellenplatz trennt, sind die Gäste aus Frankfurt der Favorit. „Sie sind fahrerisch und physisch sehr stark“, so Dolphins-Spielertrainer Dirk Passiwan.

Szenen aus dem umkämpften Hinspiel

„Wir treffen auf einen hochmotivierten Gegner, der Vollgas geben wird“, schätzt Passiwan die Gäste aus Frankfurt ein. Im Kampf um die vier begehrten Playoff-Tickets zählt für beide Mannschaften jeder Sieg. Derzeit belegt der Club vom Main nur den undankbaren fünften Tabellenplatz. Die Meisterschaftsrunde ist für die Frankfurter alles andere als in weiter Ferne – die Konkurrenten München und Team Thüringen haben nur einen Sieg mehr auf ihrem Konto.

Im Hinspiel unterlagen die Immovesta Dolphins Trier knapp mit 72:76. Für Trier könnte aber die Heimstärke sprechen. Fünf der sieben Heimspiele in dieser Saison wurden gewonnen.

„Wir haben am vergangenen Wochenende gegen Team Thüringen zu viele Fahrkarten geschossen. Wenn es uns am Samstag gelingt, unseren Rhythmus in der Offensive wiederzufinden, dann sollten wir Frankfurt schlagen können“, so Passiwan weiter. Wegen Schulterproblemen steht hinter dem Einsatz von Dirk Schmitz noch ein dickes Fragezeichen. Unklar ist auch noch, ob James Stewart spielen kann. Der Australier hatte sich in dieser Woche erkältet. Tip-Off in der Wolfsberghalle ist um 18:30 Uhr.

Die Begegnungen des 16. Spieltags im Überblick

Jena Caputs – Köln 99ers, USC München – RSV Lahn-Dill, Immovesta Dolphins Trier – Mainhatten Skywheelers (alle Sa.), RSC-Rollis Zwickau – RSV Basket Salzburg (So.), Hannover United – RSB Team Thüringen (19.2.). Tabelle vor dem Spieltag

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