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Epilepsie im Alter ist eine unterschätzte Gefahr

Die Krankheit betrifft nicht nur Kinder und Jugendliche – sondern auch Senioren. Allerdings wird sie bei ihnen seltener erkannt.

Bleibt oft unerkannt: Epilepsie im Alter (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

Kurze geistige Abwesenheit, leichtes Armzucken, Verwirrtheit oder unsicherer Gang – diese Symptome bei Senioren werden selten einem epileptischen Anfall zugerechnet. „Das sind auch Anzeichen für das Älterwerden. Deshalb wird die Krankheit bei über 60-Jährigen oft nicht erkannt. Das kann jedoch gefährlich sein“, sagte Doris Wittig-Moßner, stellvertretende Vorsitzende vom Landesverband Epilepsie in Bayern, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Meist häuften sich die Anfälle im Laufe der Zeit. „Diese Bewusstseinsaussetzer können Stürze verursachen und schwere Verletzungen nach sich ziehen.“

Sowohl die Ärzte als auch die Patienten selbst müssten für das Thema sensibilisiert werden, sagte die 47-Jährige. „Nicht alle Hausärzte erkennen das Krankheitsbild Epilepsie sofort.“ Auch in Pflegeheimen sei es schwierig, Veränderungen der Bewohner dieser Krankheit zuzuordnen.

Kleine Anfälle oft unbemerkt

„Der große Anfall ist bei Senioren selten. Den würde natürlich jeder sehen und erkennen“, sagte die Expertin. „Aber die kleinen laufen oft unbemerkt ab. Vor allem, weil die Betroffenen körperlich noch voll da sind. Aber das Bewusstsein ist für eine kurze Zeit ausgeschaltet.» Anzeichen für atypische Anfälle im Alter seien unter anderem Gedächtnislücken, Sprachstörungen, Schwindel sowie Verwirrtheit.

Betroffenen rät Wittig-Moßner, sich von einem Facharzt behandeln zu lassen. Mehr als zwei Drittel der Patienten seien dank der Einnahme von Medikamenten anfallsfrei. Doch selbst wenn der Facharzt die richtige Diagnose gestellt habe, akzeptierten viele Patienten diese nicht. „Viele glauben die Diagnose nicht, weil sie noch nie krank waren und auch keiner in der Familie je Epilepsie hatte.“

Vorurteil: Epilepsie gleich geistig behindert

Das Thema sei noch immer ein Tabu und es gebe noch viele Vorurteile: „Es war früher mit geistiger Behinderung behaftet. Doch das ist falsch. Es ist eine ganz normale Krankheit, die gut behandelt werden kann“, sagt die Expertin.

Deutschlandweit sind dem Landesverband zufolge etwa 300.000 ältere Menschen von Epilepsie betroffen. Insgesamt habe etwa ein Prozent der Bevölkerung diese Krankheit. Epilepsien entstehen durch das Zusammenwirken von einer Gehirnschädigung und einer angeborenen erhöhten Anfallsbereitschaft.

(Christiane Gläser, dpa)

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