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Er spielte den fiesen Onkel: Harry-Potter-Schauspieler Richard Griffiths gestorben

Er wurde als Sohn tauber Eltern geboren – das half ihm später bei der Schauspielkarriere.

Richard Griffiths verstarb mit 65 Jahren (Foto: Kawa)

Richard Griffiths verstarb mit 65 Jahren (Foto: Kawa)

Dicker Bauch und Doppelkinn, biederer Anzug und seinem Neffen Harry Potter immer auf den Fersen: Als fieser Onkel des Zauberschülers steckte Richard Griffiths hinter einigen der witzigsten Szenen der Potter-Filme.

Am Donnerstag starb der britische Charakterdarsteller im Alter von 65 Jahren nach Komplikationen bei einer Herz-OP im Krankenhaus im englischen Coventry, wie am Freitag verschiedene Medien berichteten. Bevor er durch seine Rolle als Potter-Onkel Vernon Dursley weltweit berühmt wurde, hatte er sich in seiner Heimat im Theater, Fernsehen und mit zahlreichen Film-Nebenrollen schon früh einen Namen gemacht.

Kollegen trauerten um den Mimen. „Ich bin stolz, sagen zu können, dass ich ihn gekannt habe“, sagte Potter-Hauptdarsteller Daniel Radcliffe. Der Jungstar stand auch im Theaterstück „Equus“ zusammen mit Griffiths auf der Bühne, das ihm wegen einer Nacktszene Kritik eingebracht hatte.

„Richard war in den wichtigsten Momenten meiner Karriere an meiner Seite“, erklärte Radcliffe. Der Direktor des National Theatres, Nicholas Hytner, lobte Griffiths als einen der beliebtesten und besten Schauspieler des Landes. Der Manager von Griffiths, Simon Beresford, sagte: „Wir werden ihn sehr vermissen.“

Er lernte früh Gebärdensprache

Richard Griffiths als Onkel Vernon Dursley (Foto: 2001 Warner Bros. / Flickr / Courtesy Pikturz)

Richard Griffiths als Onkel Vernon Dursley (Foto: 2001 Warner Bros. / Flickr / Courtesy Pikturz)

Griffiths wurde am 31. Juli 1947 als Sohn eines Stahlarbeiters in Thornaby-on-Tees im Nordosten Englands geboren. Seine Eltern waren beide gehörlos, und er lernte früh Gebärdensprache. Das „normale“ Sprechen lernte er mit Hilfe des Radios. Der besondere Umgang mit Worten und dem Ausdruck sollte ihm später bei der Karriere helfen: Schon in jungen Jahren zeigte sich sein Talent, Dialekte zu imitieren, was ihm später mehrere Rollen einbrachte.

Er ist nicht der einzige Künstler, der von tauben Eltern profitierte – so erklärte zuletzt der deutsche Starkomponist Helmut Oehring sein besonderes Talent, das sich aufgrund der Umstände früh in der Kindheit entwickelte: „Ich höre mit den Augen. Mit anderen Augen.“

Mit 15 die Schule verlassen

Griffiths verließ mit 15 Jahren die Schule und arbeitete eine Weile als Portier. Doch sein Chef überzeugte ihn, mit der Schule weiterzumachen. Er entschloss sich, einen Schauspielkurs zu belegen. Zunächst arbeitete er danach beim Radio und in kleinen Theatern, schnell machte er sich als Mime von witzigen Rollen in Shakespeare-Stücken einen Namen.

Er war in zahlreichen Fernsehproduktionen zu sehen, und in den 1970er Jahren begann seine Filmkarriere. Unter anderem war er 1982 in dem Film „Gandhi“, 1991 in „Die nackte Kanone 2 ½“ und 1999 in „Sleepy Hollow“ dabei. In Großbritannien erinnert man sich auch an seinen Auftritt im Kultfilm „Withnail And I“.

Konsequenter Gegner von Mobiltelefonen

Seit 2001 spielte er in den Verfilmungen der Potter-Reihe von Joanne K. Rowling den leicht trotteligen Onkel, der Harry das Leben schwer macht. Für seine Theater- und Filmrollen hat er zahlreiche Auszeichnungen bekommen, unter anderem den Laurence Olivier Award. 1980 heiratete er Heather Gibson.

Griffiths war ein ausgesprochener Gegner von Mobiltelefonen im Theater. Mindestens zweimal schmiss er Zuschauer aus dem Publikum, deren Handys geklingelt hatten.

(dpa)

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