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Erinnerungsstütze für alle, die ihre PIN vergessen haben: Heute wäre Reeva Steenkamp 30 Jahre alt geworden

Ergebnis des heutigen Gerichtstermins: Mordprozess gegen Oscar Pistorius beginnt am 3. März 2014.

Reeva Steenkamp  (†) (Foto: dpa)

Reeva Steenkamp (†) (Foto: dpa)

Oscar Pistorius ist etwas fülliger geworden, wie sich Zuschauer überzeugen konnten. Gegen 9.25 Uhr betrat er an diesem Montag unter Blitzlichtgewitter der Fotografen den Gerichtssaal, der zuvor auf Bomben durchsucht worden war. Zweck der heutigen Anhörung: Die Staatsanwaltschaft, die Pistorius vorsätzlichen Mord vorwirft, übergab formell die Anklageschrift an den Richter und die Verteidigung des ehemaligen Paralympic-Stars. Der Prozess werde vom 3. bis 20. März 2014 dauern, teilte Staatsanwalt Gerrie Nel mit.

PistoriusIn der Valentinsnacht vom 13. auf den 14. Februar 2013 hatte der beinamputierte Paralympics-Sieger (Foto: Olympia 2012 in London über 400 Meter, dpa) in seinem Haus seine Freundin, das Model Reeva Steenkamp, erschossen – ein Versehen, wie er beteuert.

Er habe geglaubt, in dem Badezimmer habe sich ein Einbrecher befunden und deshalb durch die verschlossene Tür geschossen. Steenkamp trafen drei der vier abgegebenen Schüsse in den Kopf, den Arm und die Hüfte.

Schießwütiger Waffennarr?

Ein wichtiger Aspekt der Anklage ist der Einschusswinkel der Kugeln. Er könnte Aufschluss darüber geben, ob Pistorius auf seinen Beinstümpfen stand, wie er selbst behauptet – oder auf seinen Prothesen, wovon die Anklage ausgeht.

Zudem ist ein Smartphone Teil der Ermittlungen. Pistorius soll damit in der verhängnisvollen Nacht Anrufe getätigt haben – kann sich aber nach eigenen Angaben nicht an sein Passwort erinnern. Deshalb wurden sowohl der Hersteller als auch Interpol zu Hilfe gerufen. Sie sollten das Mobiltelefon entsperren.

Wie die Nachrichtenagentur AP erfuhr, könnten weitere Anklagepunkte möglich sein, weil Pistorius in der Vergangenheit zweimal eine Waffe in der Öffentlichkeit benutzte:

Einmal schoss er aus dem offenen Verdeck seines Autos in die Luft, ein anderes Mal ging seine Waffe angeblich versehentlich in einem Restaurant los. Die Staatsanwaltschaft könnte nun versuchen, den beinamputierten Athleten als schießwütigen Waffennarren darzustellen.

Steenkamps klagen auf finanzielle Entschädigung

Die rechtlichen Probleme des Sportlers hören aber nicht bei den Mordvorwürfen auf. Die Steenkamps wollen Medienberichten zufolge auch auf finanzielle Entschädigung klagen. Reevas Eltern sagen, sie seien finanziell von den Einkünften der Tochter abhängig gewesen. Da das Geld nun wegfalle, müsse Oscar Pistorius dafür aufkommen. Beobachter sprechen von einem „Krieg zwischen den beiden Familien“.

Die Anhörung heute dauerte nur gut 20 Minuten. Sie fand ausgerechnet am Geburtstag von Reeva Steenkamp statt – sie wäre heute 30 Jahre alt geworden.

(RP/dpa)


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