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Erschreckende Datenschutz-Panne beim Behindertenbeauftragten der Bundesregierung

Menschen mit Behinderung haben eine ziemlich schlechte Möglichkeit, ungewollt ihre persönlichen Angaben zu verbreiten.

Leider nicht sicher: Daten beim Behindertenbeauftragten(Foto: Gerd Altmann/pixelio.de)

Leider nicht sicher: Daten beim Behindertenbeauftragten(Foto: Gerd Altmann/pixelio.de)

Am 8. März (19 Uhr) zeigt der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, die Hörfilmversion von „Ziemlich beste Freunde“ im Neuen Rathaus Leipzig mit anschließendem kleinen Empfang. Durch zusätzliche akustische Bildbeschreibungen sowie Untertitel und Gebärdendolmetschung können auch seh- und hörbehinderte Menschen an dem Kinoerlebnis teilhaben.

Wie immer bei den Veranstaltungen des Behindertenbeauftragten sollen sich Interessen online anmelden. Zur Stunde rät ROLLINGPLANET davon ab – falls man nicht will, dass seine persönlichen Daten ungewollt verbreitet werden. Wie ROLLINGPLANET soeben bemerkt, gibt es eine Datenschutz-Panne beim Behindertenbeauftragten: Wer sich registriert, dessen Angaben werden in Kopie an offensichtlich sämtliche Empfänger des Newsletterverteilers von Hubert Hüppe (und das dürften nicht allzu wenige sein) geschickt.

So sieht das dann aus (Beispiel um 18.45 Uhr):

es ist eine neue Anmeldung für folgende Veranstaltung eingegangen:
08.03.2013, 19:00 Uhr: Hörfilm „Ziemlich beste Freunde“ in Leipzig
Daten der angemeldeten Person:
Anrede: Herr
Name: XXXX (von der Redaktion gelöscht)
Vorname: XXXX (von der Redaktion gelöscht)
Email oder Telefon: XXXX (von der Redaktion gelöscht)
Ich komme mit meiner Assistentin / meinem Assistenten:
Ich komme im Rollstuhl: Nein
Ich benötige Audiodeskription: Nein
Ich benötige eine Induktionsschleife: Nein
Ich benötige Gebärdendolmetschung: Nein
Ich benötige Schriftdolmetschung: Nein
Ich benötige:
Bemerkungen:

ROLLINGPLANET hat das Büro des Behindertenbeauftragten auf den Datenleck hingewiesen. Vielleicht schreibt der aber jetzt gerade seinen Rücktrittsgesuch? Eine Anregung gibt es hier: Wir machen Papst.

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2 Kommentare

  • Horlacher

    Rücktritt? Vielleicht auch gleich die gesamte Bundesregierung? Und das machen wir dann so lange, bis wir den ganzen Salat, den man für uns putzen muss, selber anpflanzen müssen. Einfach mal die Kirche im Dorf lassen und nicht alles der Krawallpresse nachmachen. Danke.

    19. Februar 2013 at 20:08
  • Helge Blankenstein

    Wie viel Demütigungen muss ein Mensch mit Behinderungen noch erdulden?

    Sonderparkplätze wegnehmen? Dafür haben parkberechtigte Verständnis aufzubringen

    Veröffentlichungen von persönlichen Daten? Bitte nicht öffentlich machen

    Versautes Fleisch an Bedürftige verteilen? Hauptsache die ELITE muss den Fraß nicht schlucken

    Hilfsmittel verweigern? Ist im Interesse der Kassenmitglieder

    Kommunen bauen nach und nach Barrieren auf? Lieber mal nicht dran rütteln

    Kann es sein, dass das (endlich) wachsende Selbstbewusstsein in den Augen selbstgefälliger Bürger ein Dorn im Auge ist?

    Werden in anderen, wesentlich nichtigeren Dingen, Daten unrechtmäßig veröffentlicht, bricht gleich eine Welt zusammen. Aber bei Menschen mit Behinderten ist es doch wurscht. Nach dem Motto -Sind doch nur Sozialleistungsschmarotzer?

    So oder so ähnlich muss es selbstbewussten Menschen mit Behinderungen doch vorkommen, wenn man derartige Kommentare wie den von Ihnen Frau/Herr Horlacher liest.

    Es wird Zeit, dass endlich begriffen wird, dass Menschen mit Behinderungen kein Bittsteller sind und froh sein müssen geduldet zu werden.

    Alle Bürger haben dieselben Rechte.

    Dies betrifft auch den Datenschutz. Schließlich stellen diese Menschen einen hohen wirtschaftlichen Faktor dar. Also haben sie auch das Recht und die Verpflichtung sich als aufrechte und ehrenwerte Bürger bewegen zu dürfen.

    Helge Blankenstein

    22. Februar 2013 at 09:02

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