Erster künstlicher Arm mit Tastsinn entwickelt

Testperson konnte korrekt sagen, welche Finger berührt wurden. Demnächst auch als Bein erhältlich?

Prothesentechnik aus dem Pentagon (Foto: DARPA)

Prothesentechnik aus dem Pentagon (Foto: DARPA)

Da sage doch einer, die Amis kümmerten sich nicht um ihre kaputten Soldaten. Vor neun Jahren rief das DARPA-Forschungsteam (Defense Advanced Research Projects Agency) des amerikanischen Verteidigungsministerium ein Projekt ins Leben, um einen Hightech-Roboterarm zu entwickeln. Nun haben die Wissenschaftler die weltweit erste gedankengesteuerte Armprothese vorstellt, die über einen Tastsinn verfügt. Dem Expertenteam zufolge lässt sich diese Technologie zukünftig auch ohne Weiteres auf die Beine übertragen.

Präzise Bewegungen

Der Roboterarm ist mit dem Nervensystem des Trägers verbunden. Von dort aus werden die elektrischen Impulse an den Motorcortex weitergeben. Hierbei handelt es sich um jene Hirnregion, von der aus willkürliche Bewegungen gesteuert und aus einfachen Bewegungen komplexe Abläufe erstellt werden. Dank einer Verbindung mit der sensorischen Hirnrinde (Cortex) konnte zusätzlich ein Tastsinn ergänzt werden.

„Wir haben den Kreis geschlossen“, sagt DARPA-Programm-Manager Justin Sanchez. „Gedankengesteuerte Prothesen haben großes Potenzial. Doch ohne Feedback von Signalen, die zurück in das Gehirn gehen, ist es schwierig, jenes Kontrollniveau zu erreichen, mit dem präzise Bewegungsabläufe durchgeführt werden können.“

Revolutionäre Prothesentechnik

Bei ersten Versuchen gelang es der Testperson mit verbundenen Augen, exakt festzustellen, welcher Finger des Roboterarms von den Wissenschaftlern berührt wurde. Diese Technologie kann dem Forschungsteam zufolge als Durchbruch in der Prothesentechnik betrachtet werden, da die Impulse Ähnlichkeiten mit echten Berührungen aufweisen.

(RP/pte)

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