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Erstmals Gebärdensprachdolmetscher in Sachsens Landtagssitzung

Das sollte eigentlich selbstverständlich sein – denn schließlich wurde ein überfälliger Entwurf für das Inklusionsgesetz besprochen.

Gebärdensprachdolmetscher Andreas Mischke übersetzt während der 77. Sitzung des Sächsischen Landtags in Dresden die Rede des Abgeordneten der Linken im Sächsischen Landtag, Horst Wehner, zum Gesetzesentwurf "Gesetz zur Gleichstellung, Inklusion und selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im Freistaat Sachsen." (Foto: Arno Burgi/dpa)

Gebärdensprachdolmetscher Andreas Mischke übersetzt während der 77. Sitzung des Sächsischen Landtags in Dresden die Rede des rollstuhlfahrenden Abgeordneten der Linken im Sächsischen Landtag, Horst Wehner (Foto: Arno Burgi/dpa)

Es ging um den Gesetzesentwurf "Gesetz zur Gleichstellung, Inklusion und selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im Freistaat Sachsen." (Foto: Arno Burgi/dpa)

Andreas Mischke übersetzte: Es ging um den Gesetzesentwurf „Gesetz zur Gleichstellung, Inklusion und selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im Freistaat Sachsen.“ (Foto: Arno Burgi/dpa)

Was Inklusion anbetrifft, ist das von CDU/FDP regierte Sachsen ein Schlusslicht: Als einziges deutsches Bundesland hat es noch keinen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (ROLLINGPLANET berichtete).

Das veranlasste Anfang des Monats den Direktor der Diakonie Sachsen, Christian Schönfeld, vom Freistaat ein deutlicheres Bekenntnis zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft zu fordern.

Premiere im Parlament

Nun also die Premiere in Sachsens Parlament: Am Donnerstag war erstmals ein Gebärdensprachdolmetscher in einer Landtagssitzung aktiv. Für den Job wurde der freiberufliche Dipl.-Gebärdensprachdolmetscher (FH) und gelernte Bankkaufmann Andreas Mischke aus Dresden verpflichtet. Er ermöglichte gehörlosen Zuschauern, der Einbringung eines Gesetzes zu folgen.

Linke und SPD haben einen gemeinsamen Entwurf für Regelungen vorgelegt, um die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu stärken. Es geht um gleichwertige Lebensbedingungen und Chancengleichheit für alle Menschen – von der Schule über den Beruf bis hin zur Freizeit. Unter anderem wird vorgeschlagen, Gehörlosen bei Behördengängen einen Gebärdensprachdolmetscher zur Seite zu stellen.

Rheinland-Pfalz machte es vor

Inklusion sei mehr als Integration, weil Inklusion von der völligen Gleichheit der Menschen ausgehe, hieß es. Unter anderem wollen Linke und SPD einen Förderplan Arbeit und Beschäftigung für Behinderte. Eine unabhängige Inklusionsstelle soll Ansprechpartner für die Belange Betroffener sein. Das Papier (hier nachzulesen) soll, wenn es nach dem Willen seiner Autoren geht, das Integrationsgesetz von 2004 ablösen.

Zuletzt hatten im Januar Gebärdensprachdolmetscher in einem Landesparlament für Aufmerksamkeit gesorgt: Zwei von ihnen übersetzten, als Malu Dreyer ihre Regierungserklärung als neue Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz hielt.

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • Juliane Braun

    Find ich total klasse. Sollte immer so sein. Ein Fortschritt!

    16. Mai 2013 at 18:26

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