Erstmals „Jürgen-Markus-Preis“ für mehr Barrierefreiheit verliehen

Die Stadt Marburg zeichnet ein barrierefreies Hotel, ein Sportprojekt für sehbehinderte Menschen und ein Projekt für barrierefreie Führungen aus.

Preisverleihung im Marburger Rathaus (Pressefoto)

Die Stadt Marburg hat erstmals den mit 20.000 Euro und im Vergleich zu anderen Auszeichnungen dieser Art ungewöhnlich hoch dotierten „Jürgen-Markus-Preis“ für eine behindertenfreundlichere Kommune vergeben. Mit dem „Jürgen-Markus-Preis“ sollen Projekte geehrt werden, die sich für mehr Barrierefreiheit und Teilhabe von Behinderten am Leben in der mittelhessischen Uni-Stadt engagieren.

Der Preis wurde nach dem querschnittsgelähmten Marburger Jürgen Markus benannt, der sich bis zu seinem Tod im Jahr 2010 für die Belange von Menschen mit Behinderung eingesetzt hatte. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen (ROLLINGPLANET berichtete: Das zu kurze Leben des Kämpfers Jürgen Markus).

Drei Initiativen wurden ausgezeichnet

Ausgezeichnet wurden am Freitag im Rahmen einer Feierlichkeit im Historischen Saal des Marburger Rathauses drei Initiativen, wobei es allerdings nur acht Bewerbungen gab: Ein barrierefreies Hotel, ein Sportprojekt für sehbehinderte Menschen sowie ein Projekt für barrierefreie Führungen. Die Übergabe der Preise erfolgte durch Oberbürgermeister Egon Vaupel, Bürgermeister Dr. Kahle, Kuratoriumsmitglieder Susanne Holz (Lebensgefährtin von Jürgen Markus) und Franz-Josef Visse (Behindertenbeirat der Universitätsstadt Marburg).

Ein Preisgeld von 10 000 Euro erhielten Dr. Theresia Jacobi und Jürgen Hoffmann für das Projekt „Gästeführungen und Entwicklung von touristischen Angeboten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen“,

5 000 Euro gingen an den Direktor der Blista Claus Duncker und an den erfolgreichen Goalballsportler und Blista-Schüler Reno Tiede mit dem Projekt „Inklusionserfahrung durch kooperative Sportförderung“.

Ebenfalls 5.000 Euro sind für den Geschäftsführer des Hotels Kornspeicher Claus Solbach bestimmmt, um eine Anschubfinanzierung für einen besonderen Ausbildungsplatz von Jugendlichen mit Handicap im Gastronomiegewerbe zu ermöglichen.

(dpa/lhe/RP)

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