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Erwerbsminderungsrentner ab 2018 sollen mehr Geld bekommen

Der Sozialverband VdK kritisierte die Pläne als unzureichend.

Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles (SPD) (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles (SPD) (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Künftige Erwerbsminderungsrentner sollen höhere Bezüge bekommen. Das sieht eine Reform vor, die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) an diesem Mittwoch ins Bundeskabinett bringen will, wie sie der „Passauer Neuen Presse“ sagte. Außerdem will die Ministerrunde demnach grünes Licht für die Angleichung der Rente in Ost- und Westdeutschland bis 2025 geben.

Zu den Verbesserungen für Menschen, die nicht mehr oder nicht mehr voll arbeiten können, sagte Nahles: „Unsere Reform stellt alle besser, die ab dem 1. Januar 2018 neu in eine Erwerbsminderungsrente gehen.“ Bei einer Rente wegen voller Erwerbsminderung sei eine Verbesserung in Höhe von etwa 50 Euro geplant. Die geplanten Mehrausgaben summieren sich nach ihren Worten bis 2030 auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Für diejenigen, die vor 2018 die Rente beziehen, gilt die bisherige Regelung.

„Mit Armutsrente bestraft“

Bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente wurde nach einem ersten Reformschritt zu Beginn der Legislaturperiode so getan, als hätte der Bezieher bis zum 62. Lebensjahr mit seinem durchschnittlich verdienten Lohn weitergearbeitet. In Zukunft werde vom 65. Lebensjahr ausgegangen, erläuterte Nahles. Auf die Reformschritte hatten sich Union und SPD bei einem Koalitionsgipfel im November verständigt.

Der Sozialverband VdK kritisierte die Pläne als unzureichend. Für die über 1,7 Millionen bereits heute Betroffenen sei es enttäuschend, dass die Anhebung nur für Neurentner gelten solle. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher sagte: „Wer aufgrund gesundheitlicher Probleme vorzeitig aus dem Beruf aussteigen muss, wird oft mit einer Armutsrente bestraft. Leider ändert sich durch die aktuell geplanten Verbesserungen für Erwerbsminderungsrentner kaum etwas an dieser Situation.“ Die Betroffenen seien im Durchschnitt erst 50 Jahre alt. Schon heute seien 40 Prozent der Menschen, die in Haushalten von Erwerbsminderungsrentnern leben, von Armut bedroht.

(dpa)

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8 Kommentare

  • Jürgen Ebel

    Glaub ich nicht

    14. Februar 2017 at 14:49
  • Chris Renchen

    Abwarten, Fräulein NAhles verspricht viel, und am Ende kommt Gegenteils.

    14. Februar 2017 at 15:23
  • WereSnail

    Vorsicht Entsolidarisierung! Und im Blick behalten, daß die aktuell Betroffenen ab 2018 in der alten schlechteren Regelung verbleiben. Die SPD bleibt die Partei von Hartz4 und dem BTHG-Trickbetrug mit der Frau Nahles und ihren Falschaussagen vorneweg.

    14. Februar 2017 at 15:48
  • Reinhard Müller

    Das ist doch einfach nur lächerlich..
    Hauptsache die Diäten werden ordentlich erhöht..

    14. Februar 2017 at 16:01
  • Steffen Kuhna

    Bekommen wir dieses Jahr nicht auch eine Erhöhung?

    14. Februar 2017 at 16:11
  • Elisabeth Wirthensohn

    So eine Frechheit, denn die Menschen, welche vor 2018 wegen physischen und psychischen Krankenheiten, Behinderungen vielleicht schon ewige Zeiten niedrige volle Erwerbsminder-ungsrente erhielten, deswegen mit Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung aufstocken mußten, dh. ihr Leben fristen mußten, evt. obendrauf in stationären Einrichtungen mit Bargeld über derzeit ca. 110 EUR,diese Leute gehn bei Nahles-Entwurf mal wieder leer aus, obwohl die größten Sozialverbände Aufstockung dieser Sozialleistungen um mtl. 80-100 EUR fordern. Wahlkampfgetöse. SPD, sozial geht anders.

    14. Februar 2017 at 18:09
  • Sabine Kreyenborg

    Ich bin seit 2012 voll erwerbsgemindert, wäre schön, wenn auch diese Menschen nicht vergessen würden. Die können auch etwas mehr gebrauchen.

    14. Februar 2017 at 18:29
  • Michael Follner

    Wenn’s die Welt solange noch gibt!

    14. Februar 2017 at 20:48

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