""

Essen auf Rädern abgeschafft: Irgendwann besucht dieser Automat wohl Behinderte und Senioren

Neuer Automat im Test.

Eine neue Generation von Ausgabegeräten mit moderner Gesichtserkennungssoftware soll kommen. Derzeit testet der US-Lebensmittelriese Kraft Foods in New York und Chicago die neuen Helfer.

(pte) – Die von Kraft Foods (unter anderem Jacobs Kaffee, Milka, Miracoli, Toblerone) in diversen Lebensmittelgeschäften getesteten Modelle unterziehen die potenzielle Kunden einem Alterscheck, bevor sie nicht-jugendfreie Süßigkeiten erhalten. Dies berichtet die „Los Angeles Times“.

Die Marketing-Idee dahinter: Durch die kontrollierte Ausgabe von Gratis-Proben wollen Konzerne die Kundenbindung stärken. Moderne Automaten können auch Kampagnen unterstützen, die sich speziell an Männer oder Frauen richten.

Zunächst für Kundenbindung gedacht

Das Unternehmen hat die neuen Automaten zwei Jahre lang gemeinsam mit Intel entwickelt. Die Maschine mit dem Namen „iSample Experience“ ist dafür konzipiert, Gratis-Proben von Produkten unter das Volk zu bringen. Sie kann mehr, als nur einfach wahllos Testpackungen abzugeben: Die eingesetzte Technik ermöglicht es, gezielt verschiedene Zielgruppen anzusprechen.

So wird beim aktuellen Versuch eine Süßigkeit verteilt, die sich wegen ihrer aufreizenden Vermarktung speziell an Erwachsene richtet. Um eine Gratis-Probe zu erhalten, müssen Neugierige sich erst einer Altersprüfung unterziehen.

Um kostenlos zu naschen, müssen potenzielle Kunden per SMS einen Code verschicken oder einen Barcode mit dem Smartphone auslesen. So will der Konzern gewährleisten, dass jede Person nur eine Verkostung pro Tag in Anspruch nehmen kann.

Die Altersprüfung erfolgt über eine eingebaute Kamera und eine Software. Befindet der Automat eine Person für zu jung, erscheint eine Botschaft am Display, die den Heranwachsenden diesen Umstand mitteilt. Die Geräte speichern zwar keine Telefonnummern. Es werden aber sehr wohl Daten erhoben, um gezielte Marktforschung zu betreiben. So können Alter und Geschlecht mit den Daten zum Konsum einer Person verknüpft werden.

Einfache Bedienung

Bei der Entwicklung der neuen Automaten wurde laut Hersteller viel Wert auf einfache Bedienung gelegt (aha, geeignet für Demenzkranke?). Die neuesten Versionen schaffen Kunden in weniger als zwei Minuten zu bedienen (nö, doch nichts für Demenzkranke).

Die Größe der Automaten wurde auf etwa einen Meter Breite reduziert – so lassen sich besser Plätze finden, an denen man sie aufstellen kann. Am Innenleben wird nach wie vor noch gearbeitet. In Zukunft sollen auch Kampagnen möglich sein, die es erlauben, Männer und Frauen unterschiedlich zu behandeln. Der Automat prüft das Geschlecht der Kunden und reagiert entsprechend. Kraft hofft, dass die neuen Automaten eine preiswerte Möglichkeit sind, das Kundeninteresse wach zu halten.

ROLLINGPLANET meint: Wie die moderne Welt so ist, werden diese Automaten vermutlich eines Tages eingesetzt, um Behinderte und Senioren abzuspeisen – das Gerät erkennt dann bestimmt, welches Diätessen welchem Patienten zuzuordnen ist. Oder so ähnlich. Den Erfindern wird dazu schon noch etwas einfallen.

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN