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Europas erste Klinik für Frauen mit Genitalverstümmelung eröffnet

Schirmherrin in Berlin war Bestsellerautorin und Ex-Model Waris Dirie („Wüstenblume“).

Überschwenglich begrüsst: Waris Dirie, somalische Bestsellerautorin und Aktivistin gegen Genitalverstümmelung, kam als Schirmherrin zur Eröffnung des "Desert-Flower-Centers" am Krankenhaus Waldfriede in Berlin  (Foto: Stephanie Pilick/dpa)

Überschwenglich begrüsst: Waris Dirie, somalische Bestsellerautorin und Aktivistin gegen Genitalverstümmelung, kam als Schirmherrin zur Eröffnung des „Desert-Flower-Centers“ am Krankenhaus Waldfriede in Berlin (Foto: Stephanie Pilick/dpa)

Künftig können betroffene Frauen fachgerechte medizinische Hilfe bei Genitalverstümmelungen in Berlin erwarten. Im Stadtteil Zehlendorf wurde heute die den Angaben zufolge europaweit erste Klinik eröffnet, die beschnittenen Frauen eine chirurgische und psychologische Rundumbetreuung bietet.

Anwesend war auch Bestsellerautorin und Ex-Model Waris Dirie („Wüstenblume“), die sich seit Jahren gegen die Genitalverstümmelungen engagiert. Ihre Stiftung arbeitet künftig mit dem Krankenhaus Waldfriede im „Desert Flower Center“ zusammen.

Chefarzt Roland Scherer bot Dirie die Kooperation an. „Unser Krankenhaus beschäftigt seit Jahren mit den Erkrankungen des Beckenbodens“, sagte Scherer am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. „In Deutschland gibt es nur fünf bis zehn solcher Fachabteilungen an Krankenhäusern.“

Jährlich 50 bis 100 Patientinnen erwartet

Der Beckenboden-Chirurg zählt zu den Experten auf diesem Gebiet. Am Donnerstag stehen bereits drei Eingriffe auf seinem OP-Plan. Weitere Anfragen seien im Krankenhaus bereits eingetroffen. Für die Zukunft rechnet Scherer mit 50 bis 100 Patientinnen pro Jahr.

Nach den meist mit Rasierklingen, Messern oder Glasscherben durchgeführten Eingriffen komme es oft zu chronischen Entzündungen im Genitalbereich, Inkontinenz und Fistelproblemen, weil Enddarm und Scheide durchstoßen wurden, berichtete Scherer.

Schmerzen und Unfruchtbarkeit seien oft die Folge, zudem erhöhte Kindersterblichkeit, denn viele Babys blieben im durch Narben und Nähte verengten Geburtskanal stecken.

Auch für nichtversicherte Frauen

Die Kosten für Operationen werden laut dem Krankenhaus für in Deutschland versicherte Patientinnen von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen getragen.

Auch Nichtversicherte, etwa aus Afrika geflohene Frauen, könnten auf Unterstützung hoffen. Gemeinsam mit Diries Stiftung werde ein Förderverein Geld einwerben,

(RP/dpa)

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