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Europaweite Konkurrenz um Gesundheitstouristen

Damit Gesundheitsbewusste an die Mecklenburgische Seenplatte fahren, wurde in Waren an der Müritz ein millionenschweres Kurzentrum gebaut – und die Stadt wird „Sole-Heilbad“.

Großes Hotelgebäude mit viel Grün drumherum

Neues Kurzentrum in Waren (Pressefoto)

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit ist gestern in Waren an der Müritz ein Gesundheitshotel als neues Kurzentrum eröffnet worden. Damit erfüllt die Tourismushochburg, die bisher „Luftkurort“ war, als erste Kommune an der Mecklenburgischen Seenplatte die Anforderungen für den Status „Staatliches Heilbad“, den das Landessozialministerium vergibt.

Für dieses im Gesundheitstourismus begehrte Prädikat muss es eine besondere medizinische Anwendung in dem Ort geben – in Waren ist das eine besonders salz- und jodhaltige Thermalsole, die aus 1.500 Metern Tiefe gefördert wird. In das Kurzentrum wurden knapp 22 Millionen Euro investiert, 5 Millionen Euro steuerte davon das Land bei.

Begehrtes Prädikat „Heilbad“

In der Region Müritz-Plau liegen jetzt 9 der 61 Kur- und Erholungsorte in Mecklenburg-Vorpommern, wie Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) erläuterte. Der Titel „Heilbad“ sei das höchste Prädikat. Schwesig kündigte an, im Juni selbst den Praxistest in Waren zu machen. „Hoffentlich haben Sie noch einen Platz frei“, sagte sie an die Betreiber des Kurzentrums gewandt.

Die Thermalsole hilft nach Untersuchungen von Experten besonders bei Haut- und Atemwegserkrankungen sowie orthopädischen Beschwerden. Das neue Kurzentrum verfügt über 240 Betten und hat knapp 100 Mitarbeiter. Es ist unter anderem mit einem Außen-Soleschwimmbecken, modernsten Therapie- und Wellnessanlagen, einem Veranstaltungssaal sowie einem hoch gelegenen Restaurant mit Müritzblick ausgestattet.

Doppelzimmer ab 162 Euro

Die Nachfrage sei enorm, bis Oktober seien fast alle Betten schon belegt, hieß es – und das bei einem Übernachtungspreis von 162 Euro und aufwärts für ein Doppelzimmer.

Solche Gesundheitshotels gibt es nach Angaben von Geschäftsführer Stephan Gesell in Deutschland bisher nur im fränkischen Weißenstadt und an acht Standorten in Österreich. Mecklenburg-Vorpommern hat jetzt drei „Heilbäder“, neben Waren auch Bad Doberan und Bad Sülze sowie fünf Ostsee-Heilbäder. Zuletzt erhielt Zingst vor zehn Jahren diese Anerkennung. Waren zählte im vergangenen Jahr 611.000 Übernachtungen und damit mehr als Schwerin.

(dpa/mv)

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