Experte: Paralympics-Bann Russlands „schwer durchsetzbar“

Internationaler Sportgerichtshof CAS entscheidet am Montag über den russischen Einspruch.

Prof. Dr. Rainer Cherkeh ist Experte für Sportrecht. (Foto: Sportrecht.de)

Prof. Dr. Rainer Cherkeh ist Experte für Sportrecht. (Foto: Sportrecht.de)

Der Komplett-Bann Russlands von den Paralympics wird nach Ansicht des Sportrechts-Experten Rainer Cherkeh juristisch nur „schwer durchsetzbar“ sein. Ein völliger Ausschluss einer Mannschaft könne auch nach dem Anti-Doping-Code des Internationalen Paralympics Komitees (IPC) nur erfolgen, wenn während der Dauer der Paralympics mehrere Dopingfälle innerhalb einer Mannschaft festgestellt werden.

„Ein Komplett-Ausschluss im Vorfeld der Paralympics dürfte also auch vor der Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs CAS nur schwer durchzusetzen sein“, erklärte Cherkeh der dpa, „zumal auch rechtsstaatliche Grundprinzipien wie das rechtliche Gehör und die Unschuldsvermutung eine erhebliche Rolle spielen werden.“

„Der CAS ist nicht berechenbar“

Wie es am Ende vor dem CAS ausgehe, sei dennoch offen. „Der CAS ist nicht berechenbar und auch kapitale Fehlentscheidungen – egal in welche Richtung – sind dort denkbar“, sagte der Jurist aus Hannover.

Der CAS entscheidet am Montag – einen Tag später als ursprünglich geplant – über den russischen Einspruch, die Mannschaft des Landes von den Paralympics vom 7. bis 18. September auszuschließen. Das Urteil soll am Dienstag verkündet werden. Das IPC hatte die Sperre aller russischen Behindertensportler wegen der Verwicklungen in systematisches Staatsdoping ausgesprochen (ROLLINGPLANET berichtete: Damit die Paralympics nicht den Bach runtergehen: IPC sperrt russische Behindertensportler).

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • Kölle

    Wird wohl bedeuten: Viel Lärm um Nichts, der IPC hat „Mut“ bewiesen, ohne dass es etwas gebracht hat…

    21. August 2016 at 17:24

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