Experten: Digitalisierung wird Patientenversorgung radikal verändern

Telemedizin und digitale Technik sind die zentralen Zukunftsthemen der medizinischen Versorgung. Was kommt da auf uns zu?

Der Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Greifswald, Marek Zygmunt (Foto: Stefan Sauer/dpa)

Der Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Greifswald, Marek Zygmunt (Foto: Stefan Sauer/dpa)

Die Digitalisierung kann nach Einschätzung von Experten der Gesundheitswirtschaft die Versorgung von Patienten auf dem Land verbessern. Die neue Technik biete die Möglichkeit, die teils höchst problematische Versorgung in ländlichen Regionen zu verbessern, sagte der Mediziner und Tagungspräsident Marek Zygmunt am Mittwoch auf der 12. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock-Warnemünde.

Dort beraten rund 600 Experten bis Donnerstag zum Thema „Gesundheit 2016 – die Gesundheitswirtschaft in der Digitalen Welt“. Die digitalen Patientenakten werden nach ihrer Meinung Routine werden. Patienten könnten auch etwa mit Smartphones und speziellen Apps Kontakt mit Versorgungszentren knüpfen und Beratung erhalten, sagte Zygmunt. Die Universitätsklinik Rostock und der Elektronikkonzern Philips stellten ein solches Pilotprojekt für 17 Millionen Euro vor.

Das System in Deutschland sei in hohem Maße von der Datensicherheit und der Datensouveränität seitens der Patienten abhängig, erklärten die Experten weiter.

Ärzte und Demokratisierungsschub

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sagte, die Digitalisierung sei das große Zukunftsfeld der Wirtschaft. In der Medizin erfordere sie eigene Wege und andere Lösungen als beispielsweise im Bereich Industrie 4.0. Es müsse das große Ziel sein, alle an der medizinischen Versorgung Beteiligten in die Telematik-Infrastruktur einzubeziehen.

Die Patienten seien die größten Treiber der Entwicklung, sagte Sellering. „Ein Patient will wissen, was mit ihm los ist und wie es weitergeht.“ Das Gesundheitssystem müsse aufpassen, dass der behandelnde Arzt und die Digitalisierung künftig nicht auf verschiedenen Ebenen handelten. Eines sei aber klar: „Das Selbstverständnis von Ärzten wird einen Demokratisierungsschub erfahren, den wir uns gar nicht haben vorstellen können.“

(dpa)

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